Bayreuth Die Justiz testet sich

In der Teststation des Bayreuther Landgerichts nimmt Dr. Ulrich Pache (rechts) einen Nasenabstrich. Die Corona-Schnelltest werden dann von den gelernten Krankenschwestern und jetzigen Justizmitarbeiterinnen Caterina Heidrich und Hannah Grembler ausgewertet. Links der Landgerichtspräsident Matthias Burghardt. Foto: Manfred Scherer

Eine umfunktionierte Doppelgarage, kurzfristig wegen des späten Wintereinbruchs mit einer Heizung ausgestattet – das ist das Schnelltestzentrum des Bayreuther Landgerichts, das am Dienstag den Betrieb aufgenommen hat. Die Tests sollen helfen, den Präsenzbetrieb in den Gerichtssälen aufrecht erhalten zu können.

Bayreuth - Im Testzentrum arbeiten zwei Justizangehörige und ein Arzt: Hannah Grembler, ehemals Krankenschwester in Pegnitz und jetzt Justizangestellte, Caterina Heidrich, ebenfalls gelernte Krankenschwester und jetzt Justizfachwirtin, werten die Abstriche aus, die Dr. Ulrich Pache abnimmt. Pache war jahrelang Hausarzt in Eckersdorf und hilft der Justiz ehrenamtlich. Landgerichtspräsident Matthias Burghardt, ein Eckersdorfer, hatte ihn angefragt.

Das Testkonzept sieht vor, die rund 250 Justizangestellten, Richter und Staatsanwälte regelmäßig zu testen. Aber auch Prozessbeteiligte, wie Angeklagte, Zeugen, Gutachter oder Anwälte können sich testen lassen. Der Hintergrund: Schon bei leichten Erkältungssymptomen, die jeder am Haupteingang des Justizpalastes angeben muss, müssten Prozesse abgesagt werden.

Landgerichtspräsident Burghardt sagte am Dienstag, von den Angehörigen der Justiz seien bislang lediglich die Betreuungsrichter geimpft – sie haben oft mit älteren Menschen zu tun. Er betonte, dass die Justiz seit Pandemiebeginn im Frühjahr 2020 stets uneingeschränkt geöffnet hatte – die Bürger somit zu ihrem Recht kommen. Burghardt zufolge hat es im Justizpalast seit Pandemiebeginn keine Covid-Ansteckung gegeben.

Die Teststrategie der Justiz beinhaltet eine Datenerfassung – für den Fall eines Positivtests werden die Daten ans Gesundheitsamt weiter gegeben. Negativ Getestete bekommen eine Bescheinigung mit ihrem Ergebnis.

Burghardt berichtete, Justizministerium und Gesundheitsministerium hätten die Teststation bewilligt. Der Freistaat liefert Schnelltestkits, auch die Stadt Bayreuth.

Die Teilnahme an den Tests ist freiwillig. Doch schon am Dienstag zeigte der stete Andrang der Justizangehörigen, dass das mit einem Negativtest verbundene Gefühl der Sicherheit durchaus begehrt ist.

Trotz der Teststation gelten im Justizpalast die Abstands- oder Hygieneregeln weiter. Auch die Maskenpflicht ist nicht aufgehoben. In den Gerichtssälen sind Plexiglasschutzwände üblich. Es gibt eine Lüftungsanordnung. Im Schwurgerichtssaal ist die Zuhöreranzahl auf maximal 25 Personen beschränkt.

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