Viele Menschen machen ihrem Unmut darüber Luft. "Die Briefe sind zum Teil sehr drastisch formuliert", so Pressesprecher Johannes Minkus auf Kurier-Nachfrage. "Die große Zahl hat große Schwierigkeiten mit dem Beschluss." In Bayreuth reagiert man gelassener: Bei uns ist "alles ruhig", sagt Dekan Hans Peetz aus Bayreuth. Er hat in seinem Dekanat bisher keine Reaktionen auf den Homosexuellen-Beschluss bekommen. Er selbst hält die Entscheidung für notwendig. Zustimmung von allen notwendigVoraussetzung dafür, dass ein schwuler Pfarrer oder eine lesbische Pfarrerin künftig mit ihrem Partner, ihrer Partnerin in eingetragener Lebensgemeinschaft im Pfarrhaus wohnt, ist, dass alle zustimmen: Landeskirchenrat, Regionalbischof, Dekan und Kirchenvorstand. In Bayern sind zurzeit fünf Paare offiziell bekannt. Gut möglich, dass die Neuregelung dazu führt, dass sich evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer künftig öfter outen. Der Anteil der Homosexuellen in der gesamten Bevölkerung soll bis zu zehn Prozent betragen. Übertragen auf die evangelische Landeskirche würde dies bedeuten, dass bei insgesamt 2.500 Pfarrerinnen und Pfarrern in Bayern bis zu 250 schwul oder lesbisch sind. Symbolbild: pa
Beschluss über Homosexuelle im Pfarrhaus erhitzt die Gemüter
Roland Töpfer 04.12.2010 - 17:07 Uhr