Bayreuth Baroque Subtile Komik und Satirisches

Die Neuinszenierung im Programm von Bayreuth Baroque im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg. Daran will man auch 2023 anknüpfen. Foto: /alk von Traubenberg

Opernfestival Bayreuth Baroque 2023 mit zwei szenischen Produktionen: Die Besucherzahl soll auf 5000 gesteigert werden, erstmals ist Schloss Colmdorf im Programm dabei. Und im Programm tauchen überraschende Namen auf.

Beim Opernfestival Bayreuth Baroque will man in diesem Jahr einen Gang höher schalten. Statt nur einer szenischen Produktion wird es im September zwei Inszenierungen im Markgräflichen Opernhaus geben. Der künstlerische Leiter Max Emanuel Cencic und Geschäftsführer Clemens Lukas stellten in Schloss Birken das Programm für 2023 vor.

Der Erfolg der Neuinszenierung im vergangenen Jahr war überwältigend, das Medienecho im In- und Ausland enorm. Daran will man nun anknüpfen, beziehungsweise dies weiter steigern. Im vergangenen Jahr hatte Bayreuth Baroque rund 3800 Besucher in die Stadt gelockt. In diesem Herbst sollen es 5000 werden, wie Clemens Lukas in Schloss Birken sagte. Der Kartenvorverkauf beginnt am 27. Januar.

Die Besucher dürfen sich wieder auf einige der besten Sänger aus der internationalen Barockszene freuen, wie etwa die auch in Bayreuth bereits mehrfach gefeierte Julia Lezhneva, die diesmal in einer Hauptrolle der Neuproduktion von „Flavio, Re de‘ Longobardi“ zu erleben sein wird. Erstmals bei dem Opernfestival dabei ist der weltweit bekannte Sänger Rolando Villazón, der bereits im vergangenen Jahr bei einem Konzert der Kulturfreunde Bayreuth im Markgräflichen Opernhaus zu Gast war.

Zweites Opernfestival

Mit Bayreuth Baroque verfolgt die Stadt Bayreuth das Ziel, ein zweites Opernfestival zu etablieren und sich somit auch unabhängig von den Richard-Wagner-Festspielen auf dem Grünen Hügel der Welt als Festspielstadt zu präsentieren. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger teilte dazu mit: „Ich bin stolz, dass unsere Stadt mit Bayreuth Baroque eines der qualitativ hochwertigsten und vielleicht sogar das spannendste Barockfestival der Welt beherbergt. Das künstlerisch herausragende Niveau und das absolut einmalige, authentische Ambiente des Unesco Weltkulturerbes machen dieses Festival zu einem Muss für Menschen aus der ganzen Welt.“

Der Finanzierungsplan für das Barockfestival steht auf mehreren Beinen. Jeweils 500 000 Euro sind von Bund und Freistaat Bayern zugesagt, der Bezirk Oberfranken wird 70 000 Euro beisteuern, im Haushaltsplan der Stadt Bayreuth sind 390 000 Euro für das Jahr 2023 vorgesehen. Letzteres muss der Stadtrat noch endgültig absegnen. Bund und Bezirk sind in diesem Jahr erstmals als Förderer mit im Boot.

„Flavio, Re de’ Longobardi“: Mit dieser Oper von Georg Friedrich Händel wird am 7. September das Festival Bayreuth Baroque eröffnet. Es folgen drei weitere Aufführungen. In diesem Stück wird die Form der ernsten Oper durch subtile Komik und parodistisch-satirische Elemente bereichert. Ein Stück, in dem „das Lächerliche und Lustige ins Tragische schlägt“, wie Max Emanuel Cencic, der hier Regie führt und als Sänger zu hören sein wird, sagt. Mit einer Aufführungsdauer von zweieinhalb Stunden ist das Stück vergleichsweise kurz. Begleitet werden die Sänger von dem namhaften Concerto Köln, dem Residenzorchester des Bayreuth Baroque Opera Festivals 2023.

„L’Orfeo“: Bei der zweiten szenischen Produktion handelt es sich um Claudio Monteverdis oft gespielten „L’Orfeo“, der hier in einer besonderen Fassung zu sehen ist, in der auch Live-Elektronik eine Rolle spielt. Diese Produktion war bereits im Jahr 2017 in Athen zu sehen und wird nun in Bayreuth neu einstudiert, unter anderen mit Rolando Villazón in der Rolle des Orfeo. Der Musiker Panos Iliopoulos hat Monteverdis Musik um neue Klänge, Bearbeitungen und Live-Elektronik ergänzt, „ohne an der Meisterschaft der Originalpartitur zu rühren“, wie es im Programmheft heißt.

Konzerte: Daneben gibt es eine Reihe von Konzerten mit namhaften Sängern wie etwa Valer Sabadus, Reginald Mobley, Véronique Gens, Brundo de Sá oder dem äußerst vielseitigen Tenor Daniel Behle, der auch bei den Bayreuther Festspielen als David in den „Meistersingern“ zu hören war.

Gala-Dinner: Neu im Programm ist ein Gala-Dinner, das am 9., 13. und 16. September in markgräflichem Ambiente auf Schloss Colmdorf angeboten wird.

INFO: Weitere Informationen zum Programm und zum Kartenvorverkauf gibt es auf der Homepage www.bayreuthbaroque.de

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