Bayreuth -
Das Festival „Bayreuth Baroque“ geht in seine zweite Saison. Wieder mit erstklassigen Sängern aus der Barockszene und wieder unter Corona-Bedingungen. An diesem Mittwoch starten Bayreuths zweite Festspiele mit der Wiederaufnahme der Oper „Carlo il Calvo“ von Nicola Antonio Porpora - eine „lebenslustige Inszenierung, die für das steht, was Bayreuth Baroque ausmacht“, wie es der kaufmännische Geschäftsführer Clemens Lukas im Gespräch mit dem Kurier sagt.
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Trotz der schwierigen Bedingungen im vergangenen Jahr war es gelungen, wenn auch in reduziertem Maß, Besucher von weit her nach Bayreuth zu locken. Überwältigend war in jedem Fall das Medienecho im Gründungsjahr des Festivals. In mehreren Hundert Presseberichten wurde in vielen Ländern Europas über das Ereignis in Bayreuth berichtet. In diesem Jahr soll die Publikumszahl gesteigert werden, was die neue Sitzordnung auch möglich macht. Anders als in 2020 wird das Publikum nun schachbrettartig im Markgräflichen Opernhaus platziert werden.
Konkret heißt das: In das prachtvolle Haus dürfen 283 Besucher rein, in die Stadtkirche knapp 200. Karten können unter www.bayreuthbaroque.de gekauft werden. Wie Clemens Lukas sagt, liegen Bestellungen auch aus Ländern wie Frankreich, Schweiz, Großbritannien, Irland, Spanien, Türkei und Luxemburg vor.
Bereits im zweiten Jahr steht die Barock-Reihe vor einer wichtigen Weichenstellung. In den ersten beiden Jahren konnte man auf eine Anschubfinanzierung aus dem Kulturfonds Bayern zurückgreifen. Diese endet nach dem zweiten Jahr. Bekanntlich gibt es im Bayreuther Stadtrat einige Skeptiker, die dem Festival seit eh und je kritisch gegenüberstehen. Insofern mag es für die Festivalmacher hilfreich sein, dass sich das Land derzeit im Wahlkampf befindet. Vergangenen Freitag stattete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dem Markgräflichen Opernhaus einen Besuch ab und schaute sich eine Szene aus „Carlo il Calvo“ an. Um dann zu verkünden: „Ich verspreche Ihnen, dass wir dieses Festival weiterhin unterstützen werden und – wenn sich das Festival weiter etabliert – diesen Zuschuss auch erhöhen werden“, so Söder.
Einen besseren Startschuss für diese Saison hätten sich die Veranstalter um Clemens Lukas und den künstlerischen Leiter Max Emanuel Cencic kaum wünschen können. Überdies war aus München zu hören, dass die Stadt Bayreuth das Salzburg Deutschlands sei und dass man das einzigartige Opernhaus mit Leben erfüllen müsse.
In diesem Jahr gibt es drei große Säulen, die das Festival tragen: 350 000 Euro kommen aus dem Kulturfonds Bayern, 390 000 Euro gibt die Stadt Bayreuth, die Oberfrankenstiftung schießt 301 000 Euro zu. Dafür bekommt das Publikum eine Vielzahl der besten Sänger von Barockmusik geboten. Aber leider keine Neuinszenierung. Porporas Oper „Polifemo“ wird es nur konzertant geben. Das sei unter Corona-Bedingungen nicht anders möglich gewesen, sagt Clemens Lukas.
Besucher sollten vor Beginn der Aufführung etwas mehr Zeit einplanen als sonst, da sich jeder Gast registrieren lassen muss. Dafür muss man sein Ticket, Personalausweis oder Reisepass, vollständigen Impfnachweis oder Schnelltest oder einen Nachweis einer überstandenen Corona-Infektion, die nicht mehr als sechs Monate zurückliegt, vorlegen. Dann gibt es ein Zugangsbändchen für diesen Tag. Am Markgräflichen Opernhaus wird es eine Corona-Teststation geben.
Info:
Das komplette Programm des Festivals bis 12. September gibt es unter www.bayreuthbaroque.de. Von mehreren Aufführungen wird es Live-Übertragungen auf BR Klassik (Hörfunk) und ARD alpha (TV) geben.