Noch Skepsis bei Salat - Gemüse macht wieder Appetit Aufatmen am Wochenmarkt: Verkaufszahlen von Tomaten und Gurken steigen

Christoph Köll

BAYREUTH. Die Angst vor dem Ehec-Erreger scheint langsam abzuklingen, die Zahl der Erkrankten geht zurück. Wie ist die momentane Stimmung der Kunden und wie ist die Lage bei den Verkäufern? Der Kurier hörte sich am Mittwochvormittag auf dem Wochenmarkt um.

Seitdem Tomaten und Gurken vom Ehec-Verdacht entlastet sind, werden sie, mit einer gewissen Vorsicht, wieder vermehrt gekauft. „Die Leute vergewissern sich, ob es denn wirklich aus eigenem Anbau stammt“, sagte Beate Gräbner. „Ich selbst esse das Gemüse auch“, versichert die Inhaberin eines Obst- und Gemüsestandes ihren Kunden. Sie stellt allerdings fest, dass die Sorte des in Fürth als Ehec-Träger vermuteten Salats, Lolo Rosso, fast nicht gekauft werde.

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Keine Bedenken

Kundin Rosemarie Buß vertraut auf die Produkte, die auf dem Wochenmarkt angeboten werden. „Da weiß ich, woher sie kommen. Bei fränkischen Produkten habe ich keine Bedenken.“ Allerdings lässt sie die Finger von Blattsalat, da der sich „nicht so gut behandeln lässt wie Tomaten und Gurken“.

Auch Gabriele Weißner von der Gärtnerei Klein stellt fest, dass weniger Salat gekauft wird. Gurken und Tomaten, die sie vorübergehend aus dem Sortiment genommen hatte, werden wieder wie zuvor gekauft. Für Manfred Berthold ist Ehec „kein Problem“. Zwar reduzierte der 73 Jahre alte Rentner seinen Gemüsekonsum ein wenig, doch vertraut auch er auf die Reinheit der einheimischen Produkte.

Erstmals wieder Tomaten

Zum ersten Mal seit Wochen kaufte gestern Hannelore Angerer wieder Tomaten. Die 57-jährige Bürogehilfin besucht wöchentlich den Markt in der Rotmainhalle und verzichtete vorübergehend auf die Ehec-verdächtigen Gemüsesorten. Bei Salat ist sie allerdings immer noch vorsichtig, da sie noch warten will, „bis genaue Ergebnisse der Untersuchung vorliegen“. Gurken und Tomaten kaufe sie aber wieder im Supermarkt, auch wenn sie nicht genau weiß, woher sie kommen.

Von der Ehec-Problematik befreit fühlt sich eine 58-jährige Besucherin des Markts. Sie isst vor allem Gemüse aus eigenem Anbau. Doch achtet sie beim jedem Kauf von sonstigem Gemüse auf die deutsche Herkunft.

Kritik an Warnungen

Kritik an den Warnungen vor Ehec gibt es von Ortwin Edelmann. Der Obst- und Gemüsehändler moniert, dass „viel zu früh ein Verbot ausgesprochen“ worden sei. „So hat man nur den kleinen Händlern geschadet.“

Dieses Problem sieht Hans-Joachim Schmidt-Haude gelassen. Der Wochenmarktbesucher versteht zwar, dass den kleineren Verkäufern geschadet wurde, doch „passiert so was eben“ und „legt sich in zwei bis drei Monaten wieder“. Jenseits jeglicher Angst ist ein 60 Jahre alter Nebenerwerbslandwirt. Seiner Ansicht nach ist das Gemüse aus der Region unbedenklich zu verzehren. Er hat „ohne Einschränkungen und voller Genuss“ weiter Tomaten und Gurken gegessen.