Party in einer lauschigen Osternacht 4000 Musikfreaks verwandeln Innenstadt in eine Tanzmeile

Sandra Buchwald

BAYREUTH. Einmal bezahlen – 17 Mal feiern? Bei dieser Aussicht ließ sich das Partyvolk in und um Bayreuth nicht lange bitten. In der Partynacht am Ostersonntag verwandelten rund 4000 feiernde Musikfreaks die Innenstadt zwischen Herzogkeller und Trichter in eine einzige Tanzmeile.

Markenzeichen: Kopfhörer und gute Laune. Garant für die ausgelassene Osterparty war auch in diesem Jahr ein ganz spezielles Völkchen. Ob in Rapperausführung mit Mütze und Sonnenbrille, in der Variante Mädchenschwarm im Surferstyle oder als „Normalo“ der 80er Jahre – in den 17 teilnehmenden Lokalen waren die wie entfesselt hinter ihren Anlagen herumturnenden Discjockeys die „Chefs“ in Sachen Partystimmung.

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Und sie widerlegten eindrucksvoll die letzten Zweifler, die geglaubt hatten, dass DJs heutzutage nur noch fürs junge Partyvolk da sind. So zelebrierte beispielsweise Udo H. im „Louis“ Ohrwürmer der 70er, 80er und 90er zum Mitsingen und in „Engin’s Ponte“ präsentierte DJ Reiner Assmann bei der 80s-Party Hits mit Kultstatus.

House in Sweet Chili

Natürlich fanden auch die Fans der hämmernden Beats ihr – nicht ganz so lauschiges – Plätzchen. Da wummerte es im „Roxy“ aus riesigen Boxen zeitweise wie in Harlem und im „Borracho“ sorgten vor allem jüngere Tanzwütige für Feuer unterm Kellergewölbe. Viele hatte es zur „Sweet Chili Night“ ins „Enchilada“ gezogen. Dort wurden nicht nur mexikanische Delikatessen, sondern von Glam-Nights-Resident Felix Navarro auch jede Menge House vom Feinsten serviert.

„Nichts geht mehr“ hieß es gegen Mitternacht im „Borracho“, im „Trichter“ und der „Waikiki-Bar“, wo die Verantwortlichen für kurze Zeit wegen drohender Überfüllung dichtmachen machen mussten. Was für die trotz des Wartens vor der Türe vergnügten Party-People kein Problem war: „Wer nach den Ereignissen auf der Love Parade solche Sicherheitsmaßnahmen nicht versteht, hat den Schuss nicht gehört“, gab es Daumen hoch von einer jungen Besucherin. 

Dass die Zahl der Partygäste um etwa 1000 niedriger war als bei der im Nieselregen stattgefundenen Premiere im vergangenen Jahr, erklärten sich die Organisatoren Christian Möckel und Manuel Becher von der Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH unisono mit dem schönen Osterwetter, das viele zum Draußensitzen genutzt hätten. Nach anfänglich schwachen Beginn hätte der Verkauf der Armbändchen, die den Einlass in alle teilnehmenden Kneipen gewährten, nach 23 Uhr noch einmal deutlich angezogen, freute sich Möckel.

"Des Rinnla is ja blau wie wir"

Natürlich benutzten viele Partypilger bei ihrer nächtlichen Wanderung auch die Maxstraße, wo in teilweise nicht mehr so ganz nüchternen Zustand („Des Rinnla is ja blau wie wir“) der leuchtende Bachlauf unter die Lupe genommen und übersprungen wurde. Ganz trockenen Fußes kam freilich nicht jeder der ausgelassenen Feiertruppe bei den nächtlichen Wasserspielen davon, den viel beschworenen „Haxn“ brach sich jedoch keiner. Und auch die Ordnungshüter hatten mit den friedlich feiernden Partyfans keine Probleme: „Eine Nacht wie jede andere“, hieß es aus der Polizeiinspektion Stadt.