Der Beamte will in Berufung gehen, wie er kurz nach der Verhandlung der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Der Polizist hat dem Urteil zufolge seinem Vermieter vorgegaukelt, er müsse Medikamente kaufen und Rechnungen bezahlen. Das Opfer, das unter einer schweren Krebserkrankung litt, habe ihm vertraut und über Monate immer wieder Geld ausgehändigt. Ein klarer Schwindel, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Der Kranke hatte selbst Anzeige erstattet, starb jedoch, bevor er vor Gericht vernommen werden konnte.

Im Prozess räumte der Polizist ein, sich 200 Gramm Marihuana und etwa 170 Gramm Haschisch besorgt zu haben, bestritt aber die Betrugsvorwürfe. Dagegen schilderte der Vorsitzende Richter genau, welche Beträge wann ausgehändigt, überwiesen und ausgegeben worden seien. Die Verteidigung sei in vielen Punkten nicht "schlüssig nachvollziehbar" gewesen. Es fehlten Belege und Quittungen, die den Angeklagten entlastet hätten. Zwar habe sich der Polizist über Monate um seinen kranken Vermieter gekümmert, doch es sei nicht zu erklären, wofür er so viel Geld brauchte. An der Schuld bestünden keine Zweifel. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtstrafe von drei Jahren und sechs Monaten gefordert.