Bayern- und Alba-Besieger Medi Bayreuth empfängt Löwen Braunschweig

Benedikt Turudic (am Ball) führte Braunschweig mit 20 Punkten und 13 Rebounds zum Sieg in Berlin. Foto: /Andreas Gora/Imago Images

Am Donnerstagabend haben die Löwen Braunschweig mit einem 87:82 bei Alba Berlin für eine weitere Überraschung gesorgt. Zwei Tage später sind sie in Bayreuth zu Gast.

Basketball - Nur noch eine rein rechnerische Chance auf die Playoffs, den Klassenerhalt bereits sicher: Wie sehr kann sich Medi Bayreuth noch für den Saisonendspurt in der Bundesliga motivieren, der am Samstag (20.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Löwen Braunschweig beginnt und insgesamt noch fünf Partien in zwei Wochen vorsieht? „Man muss sich die Ziele jetzt ein bisschen anders setzen“, sagt Trainer Raoul Korner. „Es geht um einen möglichst guten Tabellenplatz und mehr um das Spielerische. Wir wollen guten Basketball zeigen.“ Die Situation sei aber nicht total fremd, weil es schon die ganze Saison eine Herausforderung sei, die Mannschaft ohne Zuschauer zu pushen.

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Auch wenn es die kleine Pause nach der dritten Niederlage in Folge (93:99 gegen Ulm) wegen des vorgesehenen Pokalwochenendes für den Medi-Coach gar nicht gebraucht hätte und „wir lieber durchgespielt hätten“, habe man das Beste daraus gemacht. Zudem steht ihm jetzt wieder der komplette Kader zur Verfügung, während auf Braunschweiger Seite Lukas Meisner immer noch wegen seiner Schulterverletzung fehlt, die sich der Ex-Bayreuther Mitte Februar bei der Nationalmannschaft zugezogen hatte. „Das ist megaschade für ihn und Braunschweig, aber er wird gestärkt daraus hervorgehen“, sagt Korner über seinen ehemaligen Schützling.

Nachhaltige Entwicklung?

Auch die gesamte Entwicklung seines Ex-Klubs mit den vielen jungen deutschen Spielern sieht der 47-jährige Österreicher positiv. „Es ist zu begrüßen, was Braunschweig mit der Galionsfigur Dennis Schröder macht, und ich hoffe, dass es nachhaltig ist. Ein Karim Jallow und die anderen Leistungsträger werden nicht langfristig zu halten sein. Und dann ist die Frage, ob man den Weg weitergeht oder es wieder einschläft. Ich würde mir wünschen, dass es den nächsten Jallow, Schilling oder Meisner gibt.“

Alle drei waren von den Bayreuthern bei der 79:90-Niederlage im Hinspiel nur schwer zu stoppen. Als weiteren Unterschied neben Meisners Ausfall hat mittlerweile Arnas Velicka auf den Guard-Positionen Bryon Allen ersetzt, und auch Center Benedikt Turudic ist neu bei den Löwen. „Von der Spielanlage ändert das aber nichts, auch wenn Velicka ein etwas anderer Spielertyp ist als sein Vorgänger“, sagt Korner. „Es ist ein Team, das über Athletik, Energie und Größe kommt.“ Und da seine Mannschaft weder die Athletik noch die Länge matchen könne, sei die Grundvoraussetzung die Energie.

Energie als entscheidender Faktor

Das musste erst vor knapp zwei Wochen selbst Bayern München am eigenen Leib erfahren. „Wenn man nicht mit der entsprechenden Energie spielt und es im Schongang versucht, wird man von Braunschweig überrascht“, weiß Korner. Das genaue Gegenbeispiel war zwei Tage nach dem 85:83-Auswärtscoup der Löwen beim Euroleague-Viertelfinalisten die klare 71:107-Heimniederlage gegen die Riesen Ludwigsburg. „Ludwigsburg ist ja ein Topkandidat, was Energie und Athletik anbelangt. Und sie haben eben nicht nur zwei, drei Leistungsträger wie Braunschweig, sondern acht, neun“, sagt Korner. Und dann fehle den Braunschweigern die Struktur. „Dass sie einmal top sind und dann wieder flop, das bringt ihre Spielweise mit sich.“

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