Nürnberg (dpa/lby) - Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) haben am Montag Verzögerungen bei Corona-Tests für Reiserückkehrer eingeräumt. Diese sollten aber diese Woche ausgeräumt werden, hieß es nach einer Kabinettssitzung in Nürnberg. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet, dass Testergebnisse bei manchen Urlaubsrückkehrern auch eine Woche nach dem Abstrich im Testzentrum noch nicht vorlagen.

Bislang haben Hilfsorganisationen wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) die Abstriche an Testzentren an Flughäfen, Hauptbahnhöfen und Autobahnraststätten genommen. Nun soll ein externer Dienstleister den Betrieb übernehmen - von der Abstrichnahme über die Laborauswertung bis zum Versand des Ergebnisses. Wenn alles in einer Hand sei, sollten die Abläufe schneller klappen, sagte Huml.

Die Verzögerungen bei der Übermittlung der Testergebnisse seien der großen Nachfrage und der manuellen Erfassung geschuldet, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Der externe Dienstleister wolle den Betriebsablauf digitalisieren, als Ziel sei eine Mitteilung des Ergebnisses innerhalb von 48 Stunden vereinbart. Wenn aber zum Beispiel mangels Kontaktdaten keine elektronische Übermittlung möglich sei, könne dies auch länger dauern.

Das BRK führt die Verzögerungen bei den Corona-Tests in der Anfangsphase auf die kurzfristige Einrichtung der Testzentren zurück. "Man hätte dieser guten Idee etwas mehr Zeit geben müssen", sagte ein BRK-Sprecher am Montag. Von einem auf den anderen Tag seien die Testzentren aus dem Boden gestampft worden. "Scheinbar hatten die behördlichen Strukturen dahinter nicht die Zeit, nachzuziehen", sagte der Sprecher.

Das BRK sei für die Verzögerungen bei der Zustellung der Testergebnisse jedenfalls nicht verantwortlich: "Wir machen nur den Rachenabstrich." Trotzdem würden sich pro Tag 100 bis 150 Anrufer bei der Hilfsorganisation melden, um nach ihren Testergebnissen zu fragen. Das BRK fürchte nun einen "Reputationsschaden".

Es sei ohnehin höchste Zeit, die rund 2000 Ehrenamtlichen an den Testzentren abzulösen. "Es ist nicht die primäre Aufgabe von Hilfsorganisationen, dieses Angebot für den Freistaat bereitzustellen", sagte der Sprecher. Laut Absprache mit dem bayerischen Innenministerium sollen die Helfer demnach schrittweise bis Ende der Woche durch Mitarbeiter eines privaten Dienstleisters ersetzt werden. Ursprünglich hätte dies nach Angaben des BRK schon am Freitag geschehen sollen.

Bislang habe es in den Testzentren für Reiserückkehrer an Flughäfen, großen Hauptbahnhöfen und an mehreren grenznahen Rastanlagen in Bayern insgesamt mehr als 60 000 Tests gegeben, sagte Söder am Montag. Das Angebot freiwilliger Tests sei unglaublich in Anspruch genommen worden.

In Bayern können sich alle Reisenden seit dem 25. Juli bei der Ankunft an den Flughäfen München und Nürnberg freiwillig testen lassen, seit dem 30. Juli auch an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie an den Autobahnraststätten Hochfelln-Nord (A8), Inntal-Ost (A93) und Donautal-Ost (A3). Anfang August wurde zudem ein Testzentrum am Flughafen Memmingen eingerichtet. Für Urlauber aus Risikogebieten greift seit Samstag bundesweit eine Testpflicht.