München - Uli Hoeneß stellt sich auf einen gefühlvollen Abschied aus der ersten Reihe beim FC Bayern ein.

"Ich bin jetzt natürlich noch gelassen, aber wenn ich dann in die wahrscheinlich vollbesetzte Olympiahalle eintrete, dann wird das sicherlich emotional werden", sagte Hoeneß dem Radiosender Bayern 3 in einem Interview. Sollten Tränen fließen, habe er "damit kein Problem".

Hoeneß (67) zieht sich nach mehr als vier Jahrzehnten als einflussreicher Macher bei der Jahreshauptversammlung des deutschen Fußball-Rekordmeisters aus der ersten Reihe zurück. Als Nachfolger soll der langjährige Adidas-Chef Herbert Hainer gewählt werden.

"Da ich ein Nachts-Reden-Denker bin, habe ich sicherlich etwa seit vier Uhr an meiner Rede gefeilt", meinte Hoeneß über die kurze Nacht vor seinem Abschied. Der frühere Fußball-Nationalspieler will jedoch einfacher Aufsichtsrat bis 2023 bleiben.

"Ich muss ehrlich sagen, heute ist ja der 15. und morgen ist der 16., wo ich zum ersten Mal bis auf ganz wenige Dinge nächste Woche keinen Plan habe. Und das ist eine Situation, die ich in 40 Jahren nicht erlebt habe", sagte er. "Ich bin sehr, sehr neugierig, wie sich das entwickelt."

Herbert Hainer muss sich nach Einschätzung des früheren Bayern-Präsidenten Karl Hopfner künftig in seiner Amtsführung von Hoeneß klar absetzen. "Das Gesamte sehen, die erfolgreiche Geschichte muss Herbert Hainer zusammen mit dem Vorstand der AG fortführen können. Das traue ich ihm zu", sagte Hopfner (67) dem "Münchner Merkur" und der "tz" in einem Interview. "Das Ziel ist klar, den Weg dorthin muss er aber selbst finden. Seine eigenen Vorstellungen muss er einbringen können. Es wäre falsch, wenn alles genauso weitergehen würde, wenn Herbert Uli anruft und der sagt: mach das so."

Der langjährige Geschäftsführer und Finanzvorstand Hopfner hatte Hoeneß während dessen Abwesenheit von März 2014 bis November 2016 wegen einer Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung im Spitzenamt des FC Bayern München e.V. vertreten.