Kochel am See (dpa/lby) - Sonne, Natur - die Ausflügler zeigten sich nach wochenlangen Corona-Einschränkungen in jeder Hinsicht hungrig. Weil Gaststätten nicht oder nur in den Außenbereichen geöffnet waren, brachten viele ihre Brotzeit mit - und in den Erholungsgebieten um Kochel- und Walchensee blieb ein Müllberg zurück, wie Kochels Bürgermeister Thomas Holz beklagte. Die Mitarbeiter des Bauhofs seien am Montag noch immer damit beschäftigt gewesen, die Überreste zahlloser Picknicks einzusammeln.

Im Landschaftsschutzgebiet am Walchensee habe man sich bewusst gegen Müllkörbe entschieden, die Regel laute: "Bitte nimm dein Zeug wieder mit heim." Das habe in den vergangenen Jahren gut funktioniert. Nun aber liege alles herum, was von der Brotzeit übrig sei, von Gummibärentüten bis zu Würstelverpackungen.

An den vergangenen beiden Wochenenden und an Christi Himmelfahrt sei die Region von Ausflüglern überrannt worden. Die Menschen seien willkommen, betonte Holz. Er habe Verständnis, dass sich nun alle nach Natur sehnten. Aber: "Wenn ein Parkplatz voll ist, dann ist er voll. Es geht nicht, dass man sich in private Hofeinfahrten stellt oder in Rettungswege. Das ist verantwortungslos und rücksichtslos."

Wenn die Grenzen zu Österreich wieder öffnen, fürchtet Holz noch mehr Andrang. Stets kämen viele Badegäste aus dem Innsbrucker Raum, mangels anderer nahegelegener Badeseen: "Da drückt ganz Innsbruck rüber." Hinzu kämen die Ausflügler aus dem Münchner Raum. Schon im Vorjahr mussten am Walchensee Ranger des Landratsamtes Bad Tölz-Wolfratshausen mit Forstmitarbeitern, Polizei und Feuerwehr für Ordnung sorgen, teils wurden 3000 bis 4000 Autos am See gezählt.