Die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen ist in Bayern noch einmal kräftig gestiegen. Bis zum 6. April haben rund 108 000 Betriebe in Folge der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Bis zum 27. März hatten die Arbeitsagenturen noch 64 000 Kurzarbeitsanzeigen verzeichnet.

Die Anzeigen kämen aus nahezu allen Branchen, sagte der Chef der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. Wie viele Beschäftigte am Ende von Kurzarbeit betroffen sein werden, zeige sich erst, wenn die Betriebe tatsächlich Anträge auf Kurzarbeitergeld stellten. Er gehe aber davon aus, dass die Zahl deutlich über dem Niveau der Finanzkrise von 2009 liegen werde. Damals hatten laut Regionaldirektion in Bayern bis zu 300 000 Mitarbeiter kurzgearbeitet.

Damit ein Betrieb Anspruch auf Kurzarbeitergeld hat, muss er zuerst Kurzarbeit anzeigen. Nicht immer wird Kurzarbeit dann aber auch in Anspruch genommen, etwa wenn sich die Auftragslage verbessert oder behördliche Maßnahmen aufgehoben werden.

Zur Abmilderung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hatte der Bundestag zunächst bis Ende dieses Jahres einen erleichterten Zugang zum Kurzarbeitergeld beschlossen. Mitarbeiter in Kurzarbeit können für bis zu zwölf Monate 60 bis 67 Prozent ihres Nettoverdienstes erhalten. Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.