München (dpa/lby) - Nach dem jüngsten Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming haben die Grünen Vorwürfe gegen die Staatsregierung erhoben. "Massenunterkünfte für Saisonbeschäftigte in der Landwirtschaft und Leiharbeitskräfte in der Nahrungsmittelproduktion sind ein blinder Fleck in der bayerischen Kontrollstruktur", sagte die Grünen-Politikerin Eva Lettenbauer der Deutschen Presse-Agentur. "Es war vorhersehbar, dass sich in diesem unkontrollierten Bereich Corona-Brennpunkte entwickeln würden."

Lettenbauer kritisierte, eine Aufsicht, die nicht hinter die Türen der Betriebe und gar nicht in die Betriebsunterkünfte schaue, fördere regelrecht Verstöße gegen Hygiene- und Unterbringungsvorschriften und versage als unabhängige Schutzinstanz für die Beschäftigten.

Die Grünen-Politikerin berief sich bei ihrer Kritik auf Antworten der Staatsregierung auf eine Landtags-Anfrage ihrer Partei. Dort verweist die Staatsregierung unter anderem darauf, dass ihr keine Erkenntnisse über die Zahl von Saisonarbeitern vorliege, die in Sammelunterkünften untergebracht seien. "Eine rechtliche Verpflichtung der Meldung durch die Unternehmen und eine statistische Erhebung von Behördenseite ist nicht gegeben." Zudem stünden "den Arbeitsschutzbehörden für privatrechtlich angemietete Unterkünfte keine Betretungsrechte zu".