Bis zum Jahr 2030 könnte ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Batterien in Europa produziert werden. Der Startschuss dafür wurde nun beim Hersteller Varta gegeben - mit staatliche Unterstützung in Höhe von 300 Millionen Euro.

Ellwangen/Nördlingen - CO2 vermeiden, Rohstoffe einsparen, Arbeitsplätze schaffen - das alles könnte mit einem "Batteriestandort Deutschland" und auch europaweit erreicht werden, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Am Dienstag übergab er dem Batteriehersteller Varta deshalb in Ellwangen einen Förderbescheid in Höhe von 300 Millionen Euro. Die Maßnahme ist Teil der Initiative der EU-Kommission zur Förderung der Batterietechnologie, ein sogenanntes "wichtiges Projekt gemeinsamer europäischer Interessen" (IPCEI).

Mit dem Geld will Varta die nächste Generation Lithium-Ionen-Zellen erforschen und eine Massenproduktion aufbauen. Deutschland wolle Autoland bleiben, sagte Altmaier am Standort in Ellwangen. "Erste Batteriezellen werden bereits in Deutschland produziert. Nun machen wir den nächsten Schritt hin zur Großserie bei Batteriezellen für automobile und industrielle Anwendungen."

Zu den Bundesmitteln steuern auch Baden-Württemberg und Bayern Geld für das Vorhaben an den beiden Varta-Standorten Ellwangen und Nördlingen bei. Bundesweit wird das Bundeswirtschaftsministerium die Batteriezellfertigung voraussichtlich bis 2030 mit rund 1,7 Milliarden Euro fördern.

Für Baden-Württemberg sei das Varta-Projekt ein Meilenstein, sagte die Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Ziel sei es, zum Zentrum für Forschung, Entwicklung und Produktion von Batterien in Europa zu werden. Altmaier prognostizierte, bis zum Jahr 2030 werde ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Batterien in Europa produziert, viele davon in Deutschland. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ergänzte, durch den Aufbau der Batteriefertigung in Deutschland sei man auch weniger von Importen abhängig.

Zudem sollen Arbeitsplätze entstehen: Varta hat in der Region vergangenes Jahr bereits rund 500 Mitarbeiter eingestellt, in den kommenden zwölf Monaten soll um weitere 1000 Beschäftigte aufgestockt werden. Altmaier rechnet beim Aufbau der europaweiten Batteriezellenindustrie mit noch sehr viel mehr Stellen: "Es ist absehbar, dass wir in Deutschland einige Zehntausend Arbeitsplätze schaffen werden in diesem Bereich", sagte er in der RTL/ntv-Sendung "Frühstart".