Dieser Unfall erschütterte nicht nur die Region: Vier Bauarbeiter, einer davon gerade einmal 16 Jahre alt, sterben bei Betongießarbeiten. Bis die Ursache feststeht, müssen die Angehörigen noch lange warten.

Denklingen (dpa/lby) - Die Ursachensuche für das Bauunglück mit vier Toten im oberbayerischen Denklingen wird nach Einschätzung der Polizei noch Wochen dauern. "Das ist eine Geschichte, die sich sicher länger ziehen wird", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. "Man hat eine ganze Menge Spuren erhoben, und das alles muss jetzt ausgewertet und auch gutachterlich festgestellt werden. Das wird sicherlich einige Wochen in Anspruch nehmen."

Derweil bleibe auch die Unfallstelle unverändert - Aufräumarbeiten müssen bis zur offiziellen Freigabe durch die Ermittler warten. Schneller sollen die Obduktionsergebnisse da sein: Mitte der Woche rechnen die Beamten mit Klarheit. "Die Obduktion wird wahrscheinlich am Montag, spätestens am Dienstag erfolgen", sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. "Das ist natürlich für uns wichtig: Sind sie durch den Sturz ums Leben gekommen? Oder durch Ersticken?"

Am Freitag war bei Betongießarbeiten in dem Ort im Landkreis Landsberg am Lech eine Decke mit Schalung eingestürzt. Die Arbeiter wurden teils unter Trümmern und flüssigem Beton begraben. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Bei den Toten handelte es sich laut Polizei um einen 16-Jährigen - möglicherweise ein Auszubildender -, einen 34-Jährigen und zwei 37 Jahre alte Männer. Unter ihnen sollen Familienväter sein.

Zwei der Beschäftigten hatten laut Polizei auf der Decke gestanden, als die Schalung komplett in sich zusammenstürzte. Sie wurden beim Einsturz in die Tiefe gerissen. Zwei weitere befanden sich darunter und wurden verschüttet. Ein weiterer 57 Jahre alter Arbeiter, der in der Nähe stand, wurde von Trümmern getroffen und leicht verletzt.

In die Ursachensuche sind Gewerbeaufsichtsamt, Berufsgenossenschaft, Gutachter und Kripo eingebunden.