Bayerische Verfassungsschützer vermuten, dass er islamistische Kämpfer rekrutieren wollte Bayreuther Imam Anas F. unter Verdacht

Von Elmar Schatz

Der Bayreuther Imam Anas F. predigt von Barmherzigkeit, doch der bayerische Verfassungsschutz verdächtigt ihn, dass er islamistische Kämpfer rekrutieren wollte, meldet die Online-Ausgabe der “Süddeutschen Zeitung” (SZ). Anas F. weist die Vorwürfe als haltlos zurück.

 Foto: red

Seit März laufe gegen den Marokkaner, der in Bayreuth in der Al Taqwa-Moschee predigt und mit einer Deutschen verheiratet ist, ein Ausweisungsverfahren. Als sogenannter “Gefährder” solle er nach dem Willen der Verfassungsschützer das Land rasch verlassen. Er sei eine “Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung”. Doch einen ersten Antrag im Eilverfahren habe das Verwaltungsgericht Bayreuth abgelehnt, schreibt die SZ.

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Keine andere islamistische Bewegung in Bayern wachse so dynamisch wie der Salafismus. Aus Reihen der Salafisten stammten die terroristischen Kämpfer für den Islamischen Staat (IS) in Syrien und im Irak. Auch die Attentäter des 11. September 2001 seien Salafisten gewesen. 570 Personen würden in Bayern als Salafisten eingestuft. 40 von ihnen seien in den vergangenen Monaten als Kämpfer nach Syrien gereist oder planten noch ihre Ausreise. Die Dunkelziffer könne Schätzungen zufolge aber doppelt so hoch sein.

Der zum Islam übergetretene 18-jährige David G. aus Kempten sei einer von mindestens drei Männern aus Bayern, die bislang in Syrien gestorben seien. Viele Wege führten zum Terrorismus, zitiert die “Süddeutsche” Markus Schäfert vom bayerischen Verfassungsschutz: das Internet, jemand, der einen anspricht oder sogar ein Gefängnisaufenthalt, bei dem Salafisten versuchten, Mitgefangene zu beeinflussen.

In fast allen größeren bayerischen Städten gebe es mehr oder weniger lose organisierte Salafisten-Gruppen oder einzelne Sympathisanten.  Zentren seien München, Regensburg, Schwandorf, Weiden, Bayreuth, der Kreis Nürnberg, Augsburg, Kempten und Neu-Ulm.