Bayerisch-Tschechisches Gastschuljahr „Musterbeispiel, Grenzen zu überwinden“

Redaktion

Das Erfolgsprojekt der Euregio Egrensis feiert 25-jähriges Bestehen. Kultusstaatssekretärin Anna Stolz lobt Neugierde und Mut der Gastschüler.

Den Freistaat Bayern und die Tschechische Republik verbindet eine enge nachbarliche Freundschaft, die durch zahlreiche Projekte und Kooperationen mit Leben gefüllt wird. Dem schulischen Bereich kommt, wie das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus in einer Mitteilung schreibt, dabei eine zentrale Rolle zu, die weit über die Vermittlung der jeweiligen Nachbarsprache hinausgeht. „Ein Kernelement ist dabei das jährliche Gastschuljahr, denn eine Sprache lernt man am besten in dem Land, in dem sie auch gesprochen wird“, sagt Kultusstaatssekretärin Anna Stolz.

Pulsierendes Leben

Die Staatssekretärin war zum 25. Jubiläum des bayerisch-tschechischen Gastschuljahres ins Egerland-Kulturhaus nach Marktredwitz gekommen und zeigte sich sehr angetan von den zahlreichen Berichten, die die ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort präsentierten. „In dieser Zeit haben ganze Schülergenerationen die Möglichkeit erhalten, ein Schuljahr im Nachbarland zu verbringen. Sie alle haben gespürt: Im Herzen von Europa verbindet Bayern und die Tschechische Republik eine besondere Freundschaft. Mit Ihrem Mut, Ihrer Neugierde und auch Ihrer Offenheit stehen Sie für eine Region, in der das Leben pulsiert, in der die Menschen einander begegnen und sich über Ländergrenzen hinweg verständigen“, so Stolz weiter.

Vielfältige, andauernde Verbindungen

Koordiniert wird das Bayerisch-Tschechische Gastschuljahr von der Euregio Egrensis. Deren Präsident, der Wunsiedler Landrat Peter Berek, betonte: „Für die Euregio Egrensis gehört das Gastschuljahr zu den absoluten Schwerpunkten in unserer Arbeit. Dieser über 25 Jahre erfolgreiche Schüleraustausch stellt ein Musterbeispiel für ein ganz pragmatisches Überwinden von Grenzen dar. Die entstehenden Verbindungen zwischen Schülern, Schüler- und Gastfamilien, Lehrern, Schulen und den weiteren Beteiligten sind vielfältig und nicht selten von langer Dauer. Wir alle dürfen uns freuen über das Erreichte – und auf das Kommende.“

Kultusstaatssekretärin Stolz nutzte die Gelegenheit, um sich auch bei Birgit Seelbinder, Altoberbürgermeisterin der Stadt Marktredwitz und bis 2020 Präsidentin der Euregio Egrensis Arbeitsgemeinschaft Bayern, für ihr über Jahrzehnte währendes großes Engagement zu bedanken. „Dass das Projekt bis heute besteht, ist zu einem großen Anteil Ihr Verdienst“, sagte sie. „Ihr starkes Engagement und Ihr großer Einsatz für den grenzübergreifenden Austausch waren die Grundlage dafür, dass wir dieses Jubiläum heute gemeinsam feiern können.“ Für ihr Engagement wird Birgit Seelbinder noch in diesem Jahr im Rahmen einer weiteren Veranstaltung die Ehrenpräsidentschaft der Euregio Egrensis verliehen.

Pragmatischer Umgang

Abschließend blickten alle Teilnehmer auf die Schuljahre 2019/2020 und 2020/2021, in denen die Corona-Pandemie das Gastschuljahr stark einschränkte, und Schulbesuche oftmals nur per Distanzunterricht möglich waren. Im laufenden Schuljahr aber sei das Gastschuljahr trotz der anhaltenden Pandemie wieder nahezu wie gewohnt durchgeführt worden, und so sagte Anna Stolz abschließend: „Gerade der pragmatische und flexible Umgang mit den durch das Coronavirus entstandenen Einschränkungen hat gezeigt: Die Menschen in der Grenzregion leben und fördern diesen Austausch. Er ist Inbegriff der bayerisch-tschechischen Freundschaft und soll es noch lange bleiben.“

Stipendium

Die Euregio Egrensis fördert seit knapp 30 Jahren durch verschiedene Initiativen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik. Eines dieser Projekte ist das Bayerisch-Tschechische Gastschuljahr, das in den vergangenen 25 Jahren zahlreichen jungen Menschen durch die Vermittlung eines Stipendiums die Möglichkeiten gegeben hat, ihre Fremdsprachkenntnisse zu vertiefen und dabei sowohl die Kultur als auch das tägliche Leben im Nachbarland näher kennenzulernen.

Gefördert wird das Projekt durch die Bayerische Staatskanzlei, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, die Stiftung „Internationaler Jugendaustausch Bayern“ (ab dem Schuljahr 2022/23) sowie aus Eigenmitteln der Euregio Egrensis. Die Jubiläumsveranstaltung sollte eigentlich bereits im November 2021 stattfinden. Sie musste jedoch wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. red

 

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