Das sagen die Kritiker:
Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Steininger sagte, Park-and-Ride mache nur Sinn, wenn der Parkplatz an an einer Hauptverkehrsader wie der B 85 liege und gut an den Nahverkehr angebunden sei. Der Klinikumsparkplatz erfülle nur das zweite Kriterium. "Da kann sich ein wunderbarer Schleichverkehr entwickeln", warnte Steininger. 30 Plätze seien keine wirkliche Entlastung.
An Stadtbaurefrent Striedl gewandt sagt Stefan Schlags: "Es kann nicht Ihr Ernst sein, dass jemand von Oberpreuschwitz mit kaltem Motor die 400 Meter zum Park-and-Ride-Parkplatz fährt statt direkt weiter in die Stadt." Er geht davon aus, dass trotz Baumreihen und Versiegelung Schadstoffe in das Landschaftsschutzgebiet gelangen. Steininger und Schlags kritisierten zudem den Flächenfraß.
Und für Schlags geht die Rechnung anders: "Wo es Nachfrage gibt, kann man wirtschaftlich sinnvoll ein neues Angebot schaffen - egal wie teuer das Parkdeck ist. Dann muss man sich die Kosten eben über die Gebühr zurückholen. Hier im Haus herrscht immer noch die Meinung, dass Autofahren subventioniert werden muss."
So würde sich an dem Problem nichts ändern. Wenn die Stadt jetzt den Weg für den Parkplatz frei mache, nehme sie zudem den Druck vom Klinikum weg, sich mit dem Parkdeck weiter zu beschäftigen.
Das sagt das Klinikum:
Eine Park-and-Ride-Fläche müsste von der übrigen Parkfläche abgetrennt werden. "Das würde zulasten des verfügbaren Parkraums gehen", sagt Sprecher Frank Schmälzle. Dabei ist der Parkplatzmangel schon jetzt so groß, dass das Klinikum für seine Mitarbeiter ab Sommer einen Interimsplatz schaffen wolle. Der Bauantrag dafür sei in Bearbeitung.
Dass sich die Dauerparker-Problematik am Klinikum dank des Park-and-Ride-Angebots verschärft, bezweifelt Schmälzle. Denn: Das würde teuer. Künftig wird nahezu die gesamte Parkfläche bewirtschaftet.
Der Entwurf für die Gebührenordnung besagt, dass Mitarbeiter pro Tag 50 Cent zahlen. Patienten und Besucher sollen demnach die erste halbe Stunde nichts, für jede weitere angefangene Stunde einen Euro bezahlen; Dauerparker für den Tag sechs Euro. Beschlossen ist die Gebührenordnung noch nicht.