Bauausschuss will einen Teil des neuen Parkplatzes für Dauerparker reservieren Pendler sollen am Klinikum parken

Von Katharina Wojczenko

Bayreuth soll seinen ersten Parkplatz für Dauerparker am Klinikum bekommen. Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat mehrheitlich, dass ein Teil des geplanten neuen Klinikumparkplatzes für "Park-and-Ride" (P+R) vorbehalten sein soll. Am Klinikum ist man darüber nicht begeistert.

Das Klinikum will nördlich der Oberpreuschwitzer Straße (im Luftbild rot markiert) einen zusätzlichen Parkplatz bauen. Der Bauausschuss will einen Teil der Gesamtfläche für Dauerparker reservieren. Das wäre der erste Park-and-Ride-Parkplatz Bayreuths. Foto: Vitali Kindsvate Foto: red

Die Vorgeschichte:

Parken am Klinikum ist seit langem ein Problem. Das Klinikum will deshalb auf der anderen Seite der Preuschwitzer Straße auf einem 1,1 Hektar großen Grundstück einen neuen Parkplatz bauen. Dort sollen mindestens 400 zusätzliche Stellplätze entstehen. Das Grundstück gehört dem Krankenhauszweckverband. Gleichzeitig sollen die bestehenden Parkplätze direkt vor dem Klinikum neu markiert und verbreitert werden.

Nach der Werbung weiterlesen

Zusammen mit den Parkplätzen entlang der Preuschwitzer Straße stünden dann insgesamt etwa 1160 Parkplätze zur Verfügung, sagt Klinikumsprecher Frank Schmälzle. Geschätzte Investitionen: 3,7 Millionen Euro. Derzeit sind es etwa 950 Plätze. Die Fläche für die Erweiterung grenzt an ein Landschaftsschutzgebiet.

Dauerparken am Klinikum:

Der Bauausschuss will nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Er hatte die Verwaltung beauftragt, mögliche Standorte für Park-and-Ride zu prüfen. Das Ergebnis, das Stadtbaureferent Hans-Dieter Striedl am Dienstag vortrug: Nur der Standort am Klinikum kommt dafür in Frage. Dort ist Platz, direkt gegenüber liegt eine Bushaltestelle. Für die Pendler, vor allem aus Oberpreuschwitz und Dörnhof, wären 30 Parkplätze reserviert.

Die Vorgeschichte:

Das bedeutet die Festsetzung:

Wenn der Plan so durchs weitere Verfahren kommt, heißt das: Für einen Teil des Parkplatzes ist als Nutzung Park-and-Ride vorgeschrieben. Will das Klinikum etwas anderes machen, bräuchte es eine Ausnahmegenehmigung.

Die Kosten für den Bau des Park-and-Ride-Parkplatzes müsste die Stadt übernehmen, sagt Striedl auf Kurier-Nachfrage. Dafür müsste sie aber erst sich mit dem Klinikumszweckverband einigen, dem der Grund gehört.

Das sagt Mehrheit im Bauausschuss:

Bis auf die Grünen Sabine Steininger und Stefan Schlags waren alle Stadträte im Bauausschuss für diesen Plan. Die Mehrheit argumentierte wie CSU-Fraktionsvorsitzender Stefan Specht: "Das Gesamtangebot am Klinikum ist derzeit völlig unzureichend." Mehrere Stadträte bedauerten, dass die Option Parkdeck aus dem Rennen ist, die weniger Platz bräuchte. Kosten und Bodenbeschaffenheit sprachen laut Striedl dagegen.

Das sagen die Kritiker:

Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Steininger sagte, Park-and-Ride mache nur Sinn, wenn der Parkplatz an an einer Hauptverkehrsader wie der B 85 liege und gut an den Nahverkehr angebunden sei. Der Klinikumsparkplatz erfülle nur das zweite Kriterium. "Da kann sich ein wunderbarer Schleichverkehr entwickeln", warnte Steininger. 30 Plätze seien keine wirkliche Entlastung. 

An Stadtbaurefrent Striedl gewandt sagt Stefan Schlags: "Es kann nicht Ihr Ernst sein, dass jemand von Oberpreuschwitz mit kaltem Motor die 400 Meter zum Park-and-Ride-Parkplatz fährt statt direkt weiter in die Stadt." Er geht davon aus, dass trotz Baumreihen und Versiegelung Schadstoffe in das Landschaftsschutzgebiet gelangen. Steininger und Schlags kritisierten zudem den Flächenfraß.

Und für Schlags geht die Rechnung anders: "Wo es Nachfrage gibt, kann man wirtschaftlich sinnvoll ein neues Angebot schaffen - egal wie teuer das Parkdeck ist. Dann muss man sich die Kosten eben über die Gebühr zurückholen. Hier im Haus herrscht immer noch die Meinung, dass Autofahren subventioniert werden muss."

So würde sich an dem Problem nichts ändern. Wenn die Stadt jetzt den Weg für den Parkplatz frei mache, nehme sie zudem den Druck vom Klinikum weg, sich mit dem Parkdeck weiter zu beschäftigen.

Das sagt das Klinikum:

Eine Park-and-Ride-Fläche müsste von der übrigen Parkfläche abgetrennt werden. "Das würde zulasten des verfügbaren Parkraums gehen", sagt Sprecher Frank Schmälzle. Dabei ist der Parkplatzmangel schon jetzt so groß, dass das Klinikum für seine Mitarbeiter ab Sommer einen Interimsplatz schaffen wolle. Der Bauantrag dafür sei in Bearbeitung.

Dass sich die Dauerparker-Problematik am Klinikum dank des Park-and-Ride-Angebots verschärft, bezweifelt Schmälzle. Denn: Das würde teuer. Künftig wird nahezu die gesamte Parkfläche bewirtschaftet.

Der Entwurf für die Gebührenordnung besagt, dass Mitarbeiter pro Tag 50 Cent zahlen. Patienten und Besucher sollen demnach die erste halbe Stunde nichts, für jede weitere angefangene Stunde einen Euro bezahlen; Dauerparker für den Tag sechs Euro. Beschlossen ist die Gebührenordnung noch nicht.