Bau der neuen Käserei 2018 geplant

Von Peter Engelbrecht

Die Molkereigenossenschaft Bayernland eG will am Standort Bayreuth „einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ investieren. Das bestätigte Hauptgeschäftsführer Gerhard Meier auf Anfrage. Die von Insidern genannte Investitionssumme von rund 40 Millionen Euro für eine neue Schnittkäserei wollte er „weder bestätigen noch dementieren“. Bereits 2018 soll der Bau starten.

Zig Millionen will die Molkereigenossenschaft Bayernland in die Käserei Bayreuth investieren. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Der Vorstand der Bayernland eG habe auf seiner Sitzung am Samstag einstimmig beschlossen, die Schnittkäseproduktion in Bayreuth zu konzentrieren. Sollte das Genehmigungsverfahren gut laufen, könne bereits im nächsten Jahr mit dem Bau auf dem bestehenden Grundstück an der Bindlacher Straße an der Autobahn 9 begonnen werden, kündigte Meier an. Mitte Oktober hatte das Unternehmen mitgeteilt, die Käserei Kemnath (mehr als 80 Mitarbeiter) mittelfristig zu schließen und Schnittkäse nur noch in Bayreuth zu produzieren. „Der europaweite Wettbewerb zwingt uns zu diesem Schritt“, erläuterte der Hauptgeschäftsführer.

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Produktion könnte 2021 starten

Nähere Angaben über die Investitionssumme wollte Meier nicht machen, da es für das Vorhaben derzeit weder eine Bauplanung noch eine Ausschreibung gibt. Zu Buche schlagen vor allem die technischen Anlagen. Die Maschinen müssen einzeln angefertigt und auf Bestellung gebaut werden. Meier ging davon aus, dass die Produktion in der neuen Schnittkäserei im Jahr 2021 begonnen werden kann. In Zukunft sollen dort mehr als 28 000 Tonnen Schnittkäse im Jahr produziert werden, also mehr als bisher an den beiden Standorten Bayreuth und Kemnath zusammen. Hinzu kommen weitere Käseprodukte. „Die Produktion in Bayreuth soll in Zukunft insgesamt erhöht werden“, kündigte Meier an. „Das bringt und sichert Arbeitsplätze“. Am Standort seien derzeit mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt.

Käserei Kemnath mittelfristig zu

Die Käserei Kemnath werde so lange weiter laufen, bis die neue Schnittkäserei in Bayreuth startet. Meier bekräftigte seine Zusage, allen Mitarbeitern in Kemnath ein neuer Arbeitsplatz in der Käserei Bayreuth anzubieten. „Es wird keine Kündigungen geben“, versicherte er. Für die längeren Fahrwege solle es „einen anständigen Interessenausgleich“ geben. Das Unternehmen sucht Personal Ein kleiner Teil der Mozzarellaproduktion soll im Laufe der Bauphase von Bayreuth an den Standort Amberg verlagert werden, kündigte Meier an. Damit werde ein Ausbau in Bayreuth auf dem bestehenden 45 000 Quadratmeter großen Grundstück „im großen Format“ möglich. Die betroffenen Mitarbeiter, deren Zahl Meier nicht nennen wollte, sollen in Bayreuth bleiben und anderweitig eingesetzt werden. Dem Vernehmen nach soll es sich um rund 30 Beschäftigte handeln. „In Bayreuth gibt es einen latenten Personalbedarf. Es gibt keinen Grund, sich Sorgen um den Arbeitsplatz zu machen.“

Merk-Erbe: eine sehr gute Nachricht

Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe bezeichnete die Pläne der Molkereigenossenschaft, am Standort Bayreuth in erheblichem Maße zu expandieren, als „eine sehr gute Nachricht für unseren Wirtschaftsstandort.“ Das Vorhaben sei zudem ein Beweis für die Qualität der hergestellten Produkte. Damit setze sich die Reihe wichtiger Investitionsvorhaben hier ansässiger Unternehmen fort. Für Bayreuth bedeute die Entscheidung weitere zusätzliche Arbeitsplätze, „sie ist zudem Ausdruck der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Bayreuth.“

Gewerkschaft: stärkt den Standort

Mit der Investition sei ein großer Produktionsschub verbunden, betonte NGG-Gewerkschaftssekretär Jan Körper aus Bayreuth auf Anfrage. „Das ist eine eindeutige Beschäftigungssicherung, macht den Standort deutlich stärker“, fügte er hinzu. Nach seiner Einschätzung gehen aber auch erhebliche Rationalisierungsmaßnahmen mit dem Betrieb der neuen Schnittkäserei einher. Die Beschäftigten, die durch die Teilverlagerung der Mozzarellaherstellung nach Amberg überflüssig werden, müssten in der Käserei Bayreuth integriert werden. Körper begrüßte das Angebot der Geschäftsführung, Beschäftigte nach der Schließung in Kemnath in Bayreuth zu übernehmen. Die Sozialplanverhandlungen laufen derzeit.