Bau-Befürworter Bauske sieht Synergien – Regierung: Die Frage stellt sich nicht Montessori will in Graser-Neubau

Von Susanne Will

Neubau oder Sanierung? Am Sonntag, 13. März, findet in der Stadt Bayreuth der Bürgerentscheid über die Zukunft der Graserschule statt. Im Zuge dessen macht sich eine andere Schule ebenfalls Gedanken um ihre Zukunft: die Montessori-Schule. Der Vorstand der Privatschule könnte sich vorstellen, sich an einen möglichen Neubau der Graserschule dranzuhängen. Wie das allerdings umgesetzt werden soll, kann Alexander Christ nicht sagen. „Wir sind noch in der Ideenfindung.“

Die Montessori-Schule in Bayreuth. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Alexander Christ ist im Vorstand des Trägervereins der Schule für das Thema „Gebäudemanagement“ zuständig. Das Haus hinter dem Bahnhof, in dem derzeit 200 Schüler unterrichtet werden, sei sehr in die Jahre gekommen. „Man könnte damit viele Synergien schaffen“, sagt er. Räumlich sei das etwas 30 Jahre alte Gebäude, das von der Telekom gemietet wurde, sehr beschränkt. „Wir müssen uns Sporthallen mit anderen Schulen teilen“, so Christ. Wenn die Montessori sich allerdings an den Neubau der Graserschule – ob im selben Gebäude oder in einem eigenen Trakt – hängen könnte, hätte diese Unbequemlichkeit ein Ende.

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Wer soll das finanzieren?

Wie das finanziert werden soll, weiß er noch nicht. „Wir sind ja nur in der Ideenfindung.“ Derzeit würde die Montessori-Schule ja auch Miete an die Telekom als Eigentümer zahlen. „Ob wir dann später eine Miete oder eine Rate einer Summe überweisen, die vorfinanziert wurde, könnte sich noch zeigen.“

Ein Sprecher der Regierung antwortet auf Christs Ideen folgendermaßen: „Diese Überlegungen sind uns bislang nicht bekannt gewesen. Gegenstand des Verfahrens sind bislang nur Räume für die Graserschule. Von daher stellt sich nach dem derzeitigen Stand auch nicht die Frage, ob eine Einmietung möglich wäre.“ Im Fall einer Ablehnung hat Christ eine andere Idee: „Wir könnten uns auch vorstellen, es mit der alten Graserschule zu versuchen.“

Bauske sieht Synergien

Christ hat auch mit Thomas Bauske gesprochen. Der ist Fraktionsvorsitzender der SPD und Befürworter des Neubaus der Graserschule an der Cottenbacher Straße/Ecke Karl-Muck-Straße. Bauske: „Perspektivisch hatten wir bereits ein Schulzentrum Nord in unsere Überlegungen einbezogen und auch an eine Kindergartenansiedlung gedacht. Diese neue Idee hat viel Charme, denn somit können Synergien genutzt werden, wie Sportplatz, Turnhalle, Aula.“

Sanierungsbefürworter "wundert sich"

Stephan Müller von der Bayreuther Gemeinschaft, der sich für die Sanierung der Graserschule einsetzt, reagiert auf die Pläne so: „Ich kann mich nur wundern, was von den Befürwortern eines Neubaus alles versucht und behauptet wird. Jetzt wird die Montessori aus dem Hut gezogen. Das wird alles immer seltsamer…“.

Der eventuelle Neubau der Graserschule auf der Grünfläche zwischen Nordring, der Cottenbacher Straße und der Karl-Muck-Straße hat einige Menschen dort in Unruhe versetzt. Nämlich die, die in einem Mehrfamilienhaus auf dem in Frage kommenden Grundstück zur Miete wohnen. Es geht um eine Äußerung Bauskes bei einem Ortstermin, bei dem er sagte: Wenn es zum Neubau käme, würde das Haus abgerissen werden.

Merkwürdig ist allerdings: Auf dem Plan, den die Neubau-Befürworter auf Facebook zeigen und das Gelände eingezeichnet ist, das die Schule benötigen würde, steht das Haus noch.

Was geschieht mit dem Haus?

Geschäftsleiter Werner Roder bestätigt lediglich, dass das Haus im Besitz des Bezirks Oberfranken ist. „Ansonsten möchte ich zu möglichen Grundstücksgeschäften keine Aussage treffen, weil es noch nicht abgeklärt ist. Wir möchten erst den Ausgang des Bürgerentscheids abwarten.“