Basketball expert Jakob Cup 2022 Medis starke Aufholjagd wird nicht belohnt

Florian Kirchner

Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth hat das Auftaktspiel des Expert Jakob Cup gegen die Veolia Hamburg Towers mit 86:91 (40:44) verloren. Zum kleinen Finale am heutigen Sonntag gegen Brose Bamberg kommt es nicht. Die Domstädter, die im anderen Halbfinale den Chemnitz Niners klar mit 110:87 (53:51) unterlegen waren, sagten aufgrund von Verletzungsproblemen ab.

In Abwesenheit von Center-Neuzugang Khalid Young (Nationalmannschaftseinsatz) und Nachwuchshoffnung Kay Bruhnke (verletzt) schickte Lars Masell seinen Kapitän Bastian Doreth, Brandon Childress, Ahmad Hill, Jackson Rowe und Nat Diallo zu Beginn auf das Parkett: Die Bayreuther Startformation hatte anfangs einen schweren Stand gegen den vom Ex-Bayreuther Raoul Korner trainierten Playoff-Halbfinalisten. Masell experimentierte mit diversen Formationen, konnte aber nicht verhindern, dass sich die Hanseaten schnell zweistellig absetzen und Mitte des zweiten Viertels bereits auf 36:22 (14.) davonziehen konnten. Für die Initialzündung im Bayreuther Spiel sorgte dann der aus Ulm geholte Nachwuchscenter Nat Diallo, der den stark aufspielenden Ex-Bayreuther Lukas Meisner beim Dunking-Versuch spektakulär blockte. Childress ließ gleich im folgenden Angriff ein Dreipunktspiel folgen und befeuerte damit zusätzlich die Bayreuther Aufholjagd bis zum Seitenwechsel (40:44, 20.).

Ein Dreier des mit zunehmender Spielzeit immer stärker werdenden Childress (25/4) sorgte kurz vor der letzten Viertelpause für einen vorübergehenden Führungswechsel (60:58, 28.), den die Bayreuther aber nicht in den letzten Spielabschnitt retten konnten. Bei einer Restspielzeit von 1,2 Sekunden im dritten Spielabschnitt beorderte Trainerfuchs Raoul Korner seine Mannen mit einer Auszeit zur Lagebesprechung an die Seitenlinie, um einen Spielzug vorzubereiten. Mit Erfolg: Ein Einwurf von Christoph Philipps fand den frei unter dem Bayreuther Korb stehenden Yoeli Childs, der das Leder kraftvoll zur 67:66 – Führung (30.) durch die Reuse drückte.

Als Lukas Meisner (22/3) für die Gäste an der Freiwurflinie zum 83:74 (37.) traf, schien die Partie gelaufen zu sein, doch weit gefehlt: Die junge Bayreuther Mannschaft meldete sich mit einem 7:0-Lauf nochmals zurück (81:83, 39.), konnte die Partie aber nicht mehr drehen, weil bei Hamburg der bis dahin unauffällige letztjährige Gießener Topscorer Kendale McCullum (6) das Spiel in die Hand nahm und den Erfolg sicher an der Freiwurflinie über die Ziellinie brachte.

Neben Childress, der die Partie mit dem Besten Effizienzwert beendete (+22) taten sich bei Medi Bayreuth Jackson Rowe (16/1) und Nat Diallo (14) als fleißigste Punktesammler hervor. Diallo war überhaupt aufgrund seines engagierten Auftritts die positive Überraschung des bislang dritten Bayreuther Testspiels und lag am Ende im teaminternen Centerduell um Längen vor dem zuweilen überfordert wirkenden Kroaten Kresimir Nikic (4 Punkte; 4 Rebounds).

Medi Bayreuth – Veolia Hamburg Towers 86:91 (40:44)

Viertel: 15:25; 26:19; 26:23; 20:24

Zuschauer: 947

Schiedsrichter: Enrico Streit, Tamer Arik, Nico Trotter

Medi Bayreuth: Childress (25/4), Hill (11/3), Rich (0), Diallo (14), Doreth (6), Nikic (4), Rowe (16/1), Sargiunas (8/1), Grant (2), Nauthon (dnp), Kämpf (dnp), Hillmer (dnp)

Veolia Towers Hamburg: Schoormann (9/1), Paukste (dnp), Philipps (2), Möller (dnp), Meisner (22/3), Woodard (5/1), Cleary (6), McCullum (6), Hinrichs (4), Clark (8/2), Kozak (6), Childs (23)


Mit Kantersieg ins Finale

Einen klaren 110:87 (53:51) –Erfolg konnten die Chemnitz Niners gegen den neunfachen Deutschen Meister Brose Bamberg herauswerfen.

Während sich die Sachsen in dieser noch frühen Phase der Saisonvorbereitung bereits ausgesprochen spielfreudig präsentierten, konnten die Bamberger das Fehlen der beiden EM-Teilnehmer Christian Sengfelder und Jaromir Bohacik (Tschechien) und die Verletzungsausfälle des Ex-Bayreuthers Kevin Wohlrath sowie von Amir Bell und Gabriel Chachashvili nicht auffangen. Als die Sachsen nach sieben gespielten Minuten mit 29:12 in Führung lagen, schien sich ein Debakel für Bamberg anzudeuten, doch die Schützlinge von Head Coach Oren Amiel fanden dann besser in die Partie und konnten sich bis zur Pause wieder auf 53:51 (20.) heranarbeiten. Mit zunehmender Spielzeit schwand danach jedoch die Energie im Bamberger Spiel und die Sachsen konnten am Ende mit einem vergleichsweise lockeren 110:87 – Erfolg in das Finale gegen Hamburg einziehen. Während bei Chemnitz gleich sieben Spieler (Weidemann 17, Filipovity 15) zweistellig punkten konnten, hatte Bamberg seinen besten Werfer in US-Neuzugang Justin Wright-Foreman (31/5).

Chemnitz Niners – Brose Bamberg 110:87 (53:51)

Viertel: 34:23; 19:28; 31:21; 26:15

Zuschauer: 947

Schiedsrichter: Steve Bittner, Oliver Krause, Armin Mutapcic

Chemnitz Niners: Weidemann (17/1), Uguak (10/2), Richter (12), Gregori (dnp), Binapfl (2), Miller (11), Velicka (22/3), Susinskas (4), Mooney (4), Lockhart (3/1), Filipovity (15/4), Yebo (10)

Brose Bamberg: Blunt (12/2), Bell (dnp), Wright-Foreman (31/5), Kariniauskas (5/1), Wohlrath (dnp), Bulic (2), Sonnefeld (14/3), Chachasvili (dnp), Young (6), Reaves (9/2), Heckmann (8)

 

Bilder