Basketball-Bundesliga Bamberg hält Kurs auf die Playoffs

Mit 25 Punkten bester Punktesammler im Team von Brose Bamberg gegen Ulm: Devon Hall (links), hier bedrängt von Troy Caupain. Foto: Daniel Löb

Das Brose-Team bezwingt Ulm dank einer starken zweiten Halbzeit 88:74. Devon Hall trumpft mit 25 Punkten auf.

Bamberg - Am 25. Spieltag der Basketball Bundesliga (BBL) hat Brose Bamberg sein Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Ratiopharm Ulm dank einer überzeugenden Leistung in der zweiten Halbzeit gewonnen. Für die Domstädter war der 88:74 (14:14, 22:24, 24:19, 28:17)-Erfolg in der BBL der fünfte Sieg in Folge und wettbewerbsübergreifend der sechste.

Seit Sieg gegen Alba läuft es

Ausgangspunkt des derzeitigen Laufs war der Mitte Februar trotz großer Personalprobleme erkämpfte 76:67-Triumph gegen den amtierenden deutschen Meister und Pokalsieger Alba Berlin. Als enorm wichtig erwies sich in der Folgezeit, dass sich das wegen langwieriger Verletzungen von Leistungsträgern gefüllte Lazarett lichtete und Headcoach Johan Roijakkers gegen die Schwaben erstmals in dieser Saison auf seinen kompletten Kader zurückgreifen konnte. Der zuletzt in der Champions League gegen Saragossa überzeugende Center Shevon Thompson wurde diesmal als siebter Ausländer (Sechs-plus-Sechs-Regel) nicht eingesetzt.

Wiedererstarkter Larson

Mit dem wiedererstarkten Pointguard Tyler Larson, der seine Mannschaftskameraden mit Passsicherheit in seiner fast 30-minütigen Einsatzzeit häufig gut in Szene setzte, hatte Brose einen Ankurbler, der mit Blick auf den Endspurt der Punkterunde ein großer Hoffnungsträger sein dürfte. Seine vier Punkte, neun Rebounds, sieben Assists und kein einziger Ballverlust in diesem Süd-Klassiker verdienen Anerkennung.

Als hauptausschlaggebend für den Erfolg gegen den hoch motivierten Widersacher, der anfangs aggressiver und bis zum dritten Viertel nahezu ebenbürtig war, erwies sich jedoch das geschlossene Teamplay mit 23 Assists, glänzenden Trefferquoten von 54 Prozent aus dem Zweierbereich und 52 Prozent (14 von 27) von jenseits der Dreierlinie. Im Schlussabschnitt ließen die Gastgeber den Ball laufen und auch den Gegner, der sich zunehmend in Einzelaktionen verstrickte und auf den großen Positionen wenig Gleichwertiges entgegenzusetzen hatte.

Coach Roijakkers zufrieden

„Gegen Ulm ist es nie einfach, sie sind ein gutes Team, stark gecoacht, mit viel Talent. In der ersten Halbzeit haben wir die Energie nicht gefunden. In der zweiten waren wir dann physischer. Dazu haben wir Jungs wie Vitali und Hall, die einfach treffen können“, lautete die Analyse von Bambergs niederländischem Headcoach Roijakkers. Sein Gegenüber Jaka Lakovic wertete den 8:0-Lauf des Brose-Teams unmittelbar nach dem Seitenwechsel als Knackpunkt, der seine junge Mannschaft aus dem Konzept gebracht habe.

Nach einem zähen Beginn setzte sich das Team aus „Freak City“ durch einen Lockart-Dreier auf 11:6 ab. John Petrucelli, Cameron Clark und der Ex-Bamberger Andreas Obst zeichneten für den 14:14-Gleichstand bis zur ersten Viertelpause verantwortlich. In der anschließenden Schwächephase der Hausherren zog Ulm auf 20:31 davon. Chase Fieler blieb es vorbehalten, mit zwölf Zählern innerhalb von 180 Sekunden das Ruder herumzureißen.

Ulm kommt noch einmal heran

Er, Devon Hall und David Kravish sorgten bis zur 27. Minute für eine Zehn-Punkte-Führung (55:45). Der Gast kam unter der Regie seines Basketball-Urgesteins Per Günther nochmals auf Schlagdistanz (60:57) heran. Dann aber hatte er sein Pulver verschossen. Der Bamberger Topscorer Hall (25 Punkte, davon 19 nach der Pause), Fieler (19) und Präzisionsschütze Michele Vitali mit drei Einschlägen von jenseits der 6,75-Meter-Linie führten ihre Farben nach 33 Minuten mit einem Zwischenspurt zum 72:60 auf die Siegerstraße. Die zweite Halbzeit wurde von den Hausherren in der Brose-Arena deutlich mit 52:36 gewonnen. Nicht ans Limit zu gehen brauchten einige in den vergangenen Begegnungen arg strapazierte Leistungsträger wie Christian Sengfelder und Bennet Hundt.

Die Oberfranken festigten mit diesem Sieg ihren achten Tabellenplatz und können sich im Playoff-Rennen noch Hoffnungen auf eine bessere Platzierung machen. Die Ulmer haben nur noch zwei Zähler mehr auf ihrem Konto als die Roijakkers-Schützlinge, für die in der Endabrechnung bei Punktgleichheit der bessere direkte Vergleich spräche.

Nun wieder europäisch

Der Stress geht für den neunfachen deutschen Meister unvermindert weiter. Es folgen zwei richtungsweisende Champions-League-Prüfungen: zuerst das Duell an diesem Dienstag um 20.30 Uhr gegen ERA Nymburk, das wegen der nach wie vor geltenden Einreisebeschränkungen aus Tschechien in Aleksandrovac (Serbien) stattfindet, dann am Gründonnerstag (1. April) um 20 Uhr in heimischer Arena gegen den italienischen Klub Dinamo Sassari. Am Ostersonntag (4. April) empfängt Brose Bamberg um 15 Uhr in der BBL das Überraschungsteam Hamburg Towers, der am Samstag den Titelaspiranten FC Bayern München nach Verlängerung bezwang.

Statistik

Brose Bamberg: Hall (25 Punkte/4 Dreier), Fieler (19/4), Kravish (12), Vitali (11/3), Lockhart (9/3), Sengfelder (6), Larson (4), Ogbe (2), Ruoff, Hundt, Grüttner-Bacoul (nicht eingesetzt).

Ratiopharm Ulm: Clark (12), Günther (10/2), Petrucelli (10/2), Holman (10/2), Caupain (9/1), Obst (9/2), Osetkowski (7/1), Klepeisz (5/1), Heckmann (2), Conger, Wilkins.

Schiedsrichter: Lottermoser, Gutting, Mutapcic.

Zuschauer: 0.

Gesamtwurfquote: Bamberg 53 Prozent (34 Treffer/64 Versuche), Ulm 42 (28/67).

Dreierquote: Bamberg 52 Prozent (14/27), Ulm 42 (11/26).

Freiwurfquote: Bamberg 75 Prozent (6/8), Ulm 78 (7/9).

Rebounds: Bamberg 35 (26 defensiv/9 offensiv), Ulm 35 (22/13).

Ballgewinne/-verluste: Bamberg 1/10, Ulm 6/7.

Assists: Bamberg 23/Ulm 13.

Fouls: Bamberg 15/Ulm 16.

 

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