"Er ist der, der den Vertrag bricht"
Inhaltlich ist der Wechsel nur logisch. Die Münchner haben die Verpflichtung von Basketball-Fachmann Thorsten Leibenath von Ratiopharm Ulm als Sport-Geschäftsführer bereits im Mai verkündet. Leibenath und Gavel kennen sich aus Ulm. Das Duo versteht sich bestens und hat in Ulm gemeinsam eine völlig überraschende Meisterschaft gewonnen.
Dass Bamberg den begehrten Trainer nicht halten können würde, war den Verantwortlichen lange klar. Doch so ein Ende wollte niemand. "Er ist der, der den Vertrag bricht. Er ist der, der mit der Spitzfindigkeit kommt, die ihm zugetragen wurde, dass die digitale Unterschrift mangels Bestätigung nicht gilt, und hat uns die Kündigung vorgelegt", sagte Stoschek.
Keine Schlichtung mit Hoeneß
Für den Trainer, der in Bamberg bislang sportlich verehrt wird, steht neben der ungeklärten Vertragslage auch der gute Ruf auf dem Spiel. Stoschek lobte zwar die Gesprächsatmosphäre mit Bayern-Präsident Hainer. "Nur in der Sache hat er sich keinen Millimeter bewegt", kritisierte der Franke.
Auch sein Versuch, die Sache über seinen alten Freund und Bayern-Patron Uli Hoeneß zu regeln, scheiterte demnach. Seinen Ausstieg als kausale Folge der Gavel-Thematik begründete Stoschek so: "Ich habe mein Herzblut verloren, mit dem ich über so viele Jahre den Basketball begleitet habe."
Bamberg hat mit Trainer Gavel eine überragende Saison hinter sich - neben dem unerwarteten Pokaltitel erreichte der Außenseiter das Halbfinale der Playoffs und schied erst nach fünf Spielen gegen Alba Berlin aus. Deshalb fordern die Hauptstädter nun den FC Bayern heraus. Doch das geriet in den vergangenen Stunden ziemlich zur Nebensache.