Bahnverkehr im Wiesenttal Zug um Zug zu mehr Mobilität

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Die mögliche Beteiligung am Projekt „BahnAutonom Bayern 2029“ will den Bahnverkehr attraktiver machen.

Fränkische Schweiz - Es geht voran. Die Mitteilung des Bayerischen Verkehrsministeriums, dass die Bahnstrecke Forchheim-Ebermannstadt voraussichtlich am Projekt „BahnAutonom Bayern2029“ teilnehmen soll, „ist ein weiterer Baustein in Richtung attraktiverer Bahnverkehr im Wiesenttal“, freut sich Ebermannstadts Bürgermeisterin Christiane Meyer.

„Mehr Mobilität für die Fränkische Schweiz“ – das sei inzwischen ein Herzensprojekt von vielen, so Meyer. Energisch treibt sie als Vorsitzende des Vereins „Integrierte Ländliche Entwicklung Fränkische Schweiz aktiv“ (ILE) gemeinsam mit den in der ILE zusammengeschlossenen zwölf Kommunen das Thema voran, wie man die Bahnstrecke bis in die Fränkische Schweiz attraktiver gestalten könnte.

Zweieinhalb Stunden diskutiert

Erst am Dienstag hätten sich bei einer Videokonferenz rund 20 Personen zweieinhalb Stunden lang mit dem Thema befasst. Dabei waren die Vertreter der ILE, Klimaschutzexperte Dominik Bigge vom Landratsamt, Vertreter der Verkehrsgesellschaft Agilis, die die Zugstrecke betreibt, und der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS), die dafür sorgt, dass das Bahngleis bis Behringersmühle nach wie vor existiert.

Auch Andreas Vogler vom Münchner Architektur- und Designunternehmen Vogler Studio, der Mitglied im Cluster Bahntechnik Bayern ist, diskutierte in der Runde mit. Er informierte darüber, dass die Bahnstrecke Forchheim-Ebermannstadt eine Pionierrolle für autonomes Zugfahren übernehmen soll und dass das Verkehrsministerium die Vorstudie dazu mit 11 400 Euro fördert. „Das ist zwar nicht viel Geld“, meint Meyer, aber allein durch die Mitteilung des Ministeriums bekomme das Thema mehr Gewicht: „Wir haben uns jedenfalls alle sehr darüber gefreut.“ Laut Agilis handelt es sich bei dem Projekt zunächst „um eine Vorstudie zum autonomen Schienenpersonennahverkehr-Betrieb, in der die Machbarkeit des automatisierten Bahnfahrens im ländlichen Raum untersucht wird“. Im ersten Schritt gehe es noch nicht darum, wann und wie oft ein Zug fahren soll, sondern darum, welche Voraussetzungen die Infrastruktur, die Fahrzeuge, die Technik und die Software erfüllen müssen, damit dies möglich wäre. Agilis werde in die Vorstudie die Sicht und Erfahrung eines Bahnunternehmens einbringen, das seit gut zehn Jahren den Bahnverkehr in dem fraglichen Netz betreibe. „Wir brauchen viele Partner, viele Förderungen und Ideen und viel Energie, um das Projekt voranzutreiben,“ sagt Meyer: „Das Schöne ist, dass schon viele Menschen dafür brennen.“ Der Schlüssel zum Erfolg führe über eine Kombination von drei Dingen: Erstens eigne sich die Strecke bestens als Teststrecke für autonomes Zugfahren, hier habe man nun durch die Beteiligung am Projekt „BahnAutonom Bayern 2029“ einen Teilerfolg. Zweitens müsse die Taktfrequenz auf der Strecke erhöht werden, damit drittens das ganze Angebot wirtschaftlicher und somit billiger werde.

Weiteres Förderprogramm

Nun habe man ein weiteres Förderprogramm aufgetan, informiert Meyer: „Wir wollen uns am Programm ,Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV‘ beteiligen, mit dem die Bundesregierung die Attraktivität des ÖPNV steigern will.“ Hier gebe es Bundesmittel bis zu 80 Prozent. Beteilige sich das Land noch daran, gebe es Mittel bis zu 95 Prozent. Das Problem sei nur, dass Abgabeschluss bereits Ende März sei. Aber man werde versuchen, bis dahin Projektskizzen abzugeben. „Und wenn es nicht klappt, dann sind wir trotzdem einen Schritt weiter“, zeigt sich Meyer zuversichtlich.

 
 

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