Backcourt komplett Medi Bayreuth verpflichtet Rekordspieler Bryce Alford

Die Spezialität von Bryce Alford (rechts) ist der Dreipunktewurf – hier in einem Collegespiel zwischen UCLA und den Washington Huskies. Matthew Atewe streckte sich vergeblich. Foto: Imago Images

BASKETBALL. Der Kader von Medi Bayreuth für die kommende Bundesligasaison nimmt weiter Formen an. Nach James Woodard (Skopje), Joanic Grüttner Bacoul (Göttingen) und Rückkehrer James Robinson (Herzlia) steht jetzt mit Bryce Alford bereits der vierte Neuzugang fest. Mit dieser Verpflichtung ist der Backcourt sogar schon komplett.

Der 1,90 Meter große und 84 Kilo schwere Combo-Guard, der in Bayreuth einen Einjahresvertrag erhält, kommt aus der G-League, dem Unterbau der NBA. Dort absolvierte der 24-Jährige in zwei Spielzeiten für die Oklahoma City Blue, das Farmteam der Oklahoma City Thunder, exakt 100 Partien.

Bei einem Blick auf die Statistiken wird schnell klar, was die Spezialität von Alford ist: der Distanzwurf. 8,5 und damit fast drei Viertel seiner durchschnittlich 11,6 Versuche kamen nämlich von jenseits der Dreierlinie. Seine Trefferquote ist mit 37,9 Prozent allerdings noch ausbaufähig. „Um festzustellen, dass Bryce ein exzellenter Distanzschütze ist und Reichweite bis weit hinter den Perimeter besitzt, genügt eine oberflächliche Youtube-Recherche“, wird Matthias Haufer in einer Mitteilung des Vereins zitiert.

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"Er kann viel mehr als nur werfen"

Medi Bayreuths Sportlicher Leiter fügt jedoch gleich an: „Er kann aber viel mehr als nur werfen und wird uns auf der Position des Shooting Guards ein flexibleres Skill-Set geben, als wir es in der vergangenen Saison hatten.“ Durch seine Erfahrung auch als Point Guard entlaste Alford den Spielaufbau und ermögliche es, die Zahl der Ballhandler und Kreativspieler auf dem Feld zu erhöhen. „Weiterhin hat er bei einem historischen Top-Programm wie UCLA und in der NBA-G-League auf höchstem Niveau eine tragende Rolle gespielt und Spiele entschieden. Von dieser Wettbewerbserfahrung wird er auch bei seinem ersten Engagement in Europa profitieren.“

„Bryce ist ein extrem spielintelligenter Werfer, der bereits im College konstant auf Top-Niveau abgeliefert hat“, ist auch Trainer Raoul Korner von dem Neuzugang begeistert. „Als er erstmals in der G-League aufgetaucht ist, hat mich mein früherer Assistent und jetziger G-League-Headcoach Martin Schiller auf ihn aufmerksam gemacht. Er meinte, Bryce sei genau der Typ Spieler, der zu meiner Spielphilosophie passe. Seitdem habe ich ihn auf dem Radar und freue mich sehr, dass wir ihn für unser Programm begeistern konnten.“

An der University of California in Los Angeles wurde Bryce Alford von seinem mittlerweile entlassenen Vater Steve, ehemaliger NBA-Spieler bei den Dallas Mavericks und Golden State Warriors sowie Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1984, trainiert. In seinen ersten beiden Spielzeiten gehörte außerdem sein älterer Bruder Kory noch zum Team der Bruins.

Fünftbester Scorer der UCLA-Geschichte

In seinen vier Jahren stand Bryce Alford in 105 von 141 Partien in der Startformation und kam dabei auf durchschnittlich 13,6 Punkte sowie 2,8 Rebounds und 3,8 Assists. Mit insgesamt 1922 Zählern ist er der fünftbeste Scorer in der Geschichte der UCLA hinter Don MacLean, Kareem Abdul-Jabbar, Jason Kapono und Reggie Miller, mit 4511 gespielten Minuten und 329 verwandelten Dreiern hält er sogar die Rekorde. Außerdem ist Alford der einzige Spieler der Bruins mit mehr als 1700 Punkten und 500 Assists. Im NCAA-Turnier gelang ihm mit UCLA dreimal der Einzug in die Runde der letzten 16 Mannschaften.

An der La Cueva High School in seiner Heimatstadt Albuquerque hatte Alford mit 1050 Punkten in einer Saison (37,7 pro Spiel) schon einen 50 Jahre alten Rekord im US-Bundesstaat New Mexico gebrochen. Im vergangenen September bestritt er dann mit der amerikanischen Nationalmannschaft zwei Spiele in der WM-Qualifikation. In durchschnittlich 10,5 Minuten Einsatzzeit erzielte er dabei drei Punkte und gab einen Assist.

 

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