Als Harald Imhof dieser Tage das Jugendcafé Babylon besucht, blutet ihm das Herz. Er war der Gründer der Einrichtung und muss jetzt mit ansehen, wie sein Werk zerstört wird. Doch nicht nur das bereitet ihm Unbehagen. "Die ganze Abwicklung war ein Horror", sagt der ehemalige Jugendbildungsreferent der Evangelischen Jugendsozialarbeit. "Ein großer Teil meiner Lebensarbeit hier in Bayreuth ist beendet", sagt er. Erst habe man die Jugendwerkstatt sterben lassen, jetzt auch noch das Babylon: "Was hier kaputt gemacht wird, haben wir damals selbst aufgebaut."

Der Stadt Bayreuth, sagt Imhof, könne man im Grunde keinen Vorwurf machen. Sie habe ihren Anteil an der Miete sowie die Reinigungskraft bezahlt. Er bedaure es aber mit Blick auf das Ende des Jugendcafés, dass sich die Gremien der evangelischen Kirche "aus dieser Arbeit verabschiedet" haben. "Mit der Schließung des Babylon durch die Verantwortlichen der evangelischen Kirche ist auch ganz still und leise die Evangelische Jugendsozialarbeit 'gestorben', die in Bayreuth 51 Jahre lang als Vorreiter und Initiator gewirkt hat, zum Beispiel bei der offenen Jugendarbeit, der Jugendwerkstatt, der Arbeit mit jugendlichen Migranten und den Einrichtungen des Betreuten Wohnens für Jugendliche", so Imhof.

Imhof fragt sich, wann und wie die Jugendsozialarbeit des Babylon in der Schoko fortgeführt werden kann. Peter Weintritt, Vorsitzender des Trägervereins der Schokofabrik: "Wir tun, was wir können, aber das geht natürlich nicht eins zu eins." Und vor allem nicht sofort. "Wir versuchen aber, das aufzufangen so gut es geht. Allerdings ist hier noch vieles recht unbehauen", erklärt Weintritt. Er hofft aber, dass die Renovierung des oberen Stockwerks der Schokofabrik bald vorangeht. Dort soll unter anderem ein Tonstudio entstehen. "Dann können die Leute hier auch Tracks aufnehmen, wie im Babylon", sagt Weintritt. Zudem soll ein Tanzraum eingerichtet werden -- Workshops zu dem Thema gebe es ja bereits.

Wann die Renovierung startet, weiß Weintritt nicht. "Vor kurzem lief ein Ideenwettbewerb an der Fachhochschule Coburg, der sich mit diesem Thema beschäftigt hat", sagt er. Wann die Ergebnisse umgesetzt werden, ist aber bislang noch offen. Weintritt betont jedoch, dass die Jugendlichen bereits jetzt mit ihren Anliegen und Ideen jederzeit willkommen seien.