B2 in Pegnitz gesperrt Viele fahren, wie sie wollen

Von Hans-Jochen Schauer

PEGNITZ. Erster Tag der Baustelle auf der gesperrten Bundesstraße 2 – schon nach wenigen Stunden ist klar: Es gibt eine Reihe von Autofahrern, die die Verkehrszeichen komplett ignorieren. Die Wagenlenker gestalten sich ihre Umleitung so, wie es ihnen am besten passt.

Im Stadtgebiet von Pegnitz wurde die bisherige Asphaltdecke der B2 aufgebrochen. Deshalb ist die Straße zwei Wochen gesperrt. Foto: Ralf Münch Quelle: Unbekannt

Man muss sich nur ein paar Minuten an die Karmühlkreuzung stellen und das Treiben beobachten. Immer wieder biegen Autofahrer vom Bahnhofsteig oder der Badstraße verbotenerweise nach links in die Bahnhofstraße ab. Auch wenn es dabei zu kritischen Situationen kommt, wagen sie diese Manöver. Dies hat einen Grund: Wer etwa in Richtung Oberpfalz oder Richtung Bayreuth will, spart damit Zeit und möglicherweise auch Nerven. Ortskundige wissen, dass sie eine Schleife drehen müssen, um nach Norden oder Osten zu gelangen.

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Über die Karmühlkreuzung

Sie biegen an der Badstraße nach rechts in die Hauptstraße ein, dann geht es über die Brauhausgasse bis zur Hauptstraße und wieder zurück. Über die Karmühlkreuzung rollen sie geradeaus zur Bahnhofstraße; dann haben sie es geschafft. Fremde haben in solch einer Situation nicht leicht. Wer von der Badstraße die offizielle Umleitung über die Schloßstraße fährt, wird spätestens am zweiten Kreisverkehr unruhig und von dort aus den Weg zurück antreten.

Sperre bei der Guyancourt-Brücke

„Wer eine Gelegenheit findet, wird irgendwann wenden“, sagt Roland Schmitt, der Leiter der Polizeiinspektion Pegnitz. Dass es Fremde in so einer Situation nicht leicht haben, ist auch ihm bewusst. „Aber wir können ja nicht jedem einen Stadtplan geben.“ Das Hauptproblem ist, dass man von der Badstraße wegen der Baustelle die Bundesstraße nicht erreichen kann. Die direkte Fahrt Richtung Bayreuth ist deshalb nicht möglich, und natürlich ist auch in umgekehrter Richtung Pegnitz über die Bundesstraße nicht zu erreichen. Trotzdem haben dies am Montag Autofahrer versucht. Sie schieben sich an der ersten Sperre bei der Guyancourt-Brücke vorbei und erkennen dann bei der Baustelle an der Badstraße, dass sie nicht mehr weiterkommen.

Anarchie auf vier Rädern

Sie wenden und treten den Rückzug an. Dennoch wagen vereinzelte Fahrer die Einfahrt nach links. Sie gehen ein hohes Risiko ein: Denn eine Fräsmaschine ist im Einsatz. Sie quetschen sich dennoch daran vorbei — Anarchie auf vier Rädern. „Wenn sie nicht aufpassen und es passiert was, sind sie selber schuld“, sagt Oberbauleiter Stefan Kreuzer von der Baufirma Strabag. Aus langjähriger Erfahrung weiß er, dass am ersten Tag einer Baustelle es „jeder probiert“, die Verkehrszeichen zu ignorieren. „Aber die stehen ja nicht zum Spaß da“, sagt Kreuzer.

Überwachung schwer möglich

Überwachen lasse es sich nicht, ob die Verkehrszeichen beachtet werden, so Polizeichef Schmitt. Dazu müsste er sein ganzes Personal abstellen. „Wir machen das, was wir können.“ Er ist überzeugt: „Das wird sich einspielen.“

Andreas Bär, bei der Stadt Pegnitz für Verkehrsangelegenheiten zuständig, ist eher für die harte Linie. „Leider gibt es schwarze Schafe.“ Er plädiert für konsequentes durchgreifen.

Die Stellen, an denen sich Autofahrer nicht an die Anordnungen halten, werde die Stadt an die Polizei weitergeben. Was die Parkmoral betreffe, werde man in den zwei Wochen „nicht so strenge Maßstäbe anlegen“, denn gerade für auswärtige Verkehrsteilnehmer sei die Situation nicht einfach.