B 303: Erhöhtes Verkehrsaufkommen

Von und Andreas Gewinner

Mit Anfang dieser Woche haben die Bauarbeiten auf der Bundesstraße 303 begonnen. Einher gehen sie mit Umleitungen und Straßensperren. Die Gastronomie fürchtet Umsatzeinbußen, die Speditionen erwarten höhere Kosten. Besonders dann, wenn am Ende die Zu- und Abfahrten zur Autobahn geschlossen sind.

Wer an der Ampel rechts abbiegt, landet in einer Sackgasse. Die Fahrzeuge müssen von der B 303 nach wenigen Metern abfahren. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Wer von Bayreuth nach Bad Berneck fahren will und über die A 9 kommt, muss seit zwei Tagen die Ausfahrt Bindlacher Berg benutzen. Auch wer nach Tschechien unterwegs ist, muss diese Abfahrt nutzen. Spätestens an der Ausfahrt Bad Berneck/Himmelkron geht es nämlich nicht mehr weiter Richtung Fichtelgebirge. Die Ortsnamen sind deutlich sichtbar mit roten Kreuzen überklebt. Richtung Bad Berneck kann man nur bis zur Ausfahrt von Gössenreuth und der Zufahrt zum Gewerbegebiet über die Hofer Straße fahren. Ab da landet der Autofahrer in einer Sackgasse.

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Ortskundige nehmen Abkürzungen

Obwohl die Situation noch erträglich ist, wie Bürgermeister Gerhard Schneider auf Nachfrage am Dienstag sagt, sei auf den Ausweichstrecken ein erhöhtes Verkehrsaufkommen bemerkbar. Zum Beispiel durch Nenntmannsreuth und Gössenreuth, weil Ortskundige diese Wege kennen würden. "Wir müssen sehen, wie es sich entwickelt", sagt Schneider, der mit dem Himmelkroner Gemeinderat bereits intensiv über die Straßenbauarbeiten diskutiert hat. Denn die Kommunalpolitiker fürchten eine "erhebliche Beeinträchtigung des Standorts" aufgrund der Sperrungen.

"Stau ist vorprogrammiert"

Spannend wird es ab dem 9. Oktober, wenn die Vollsperrung der B 303 wegen Fräs- und Asphaltierarbeiten nötig wird: Dann sind die Straßen nach Gössenreuth und ins Gewerbegebiet Ost II nicht mehr erreichbar. Und wenn dann noch die Anschlussäste der Autobahn nacheinander saniert werden, ist die B 303 nur einspurig befahrbar - "und Stau vorprogrammiert", so Schneider.

Betriebsurlaub unmöglich

Wenn es soweit ist, wird auch die Frankenfarm betroffen sein, die Platz für über 800 Gäste hat. "Uns wurde gesagt, die Autobahnzugänge sollen bis 1. November offen sein", sagt der Chef Jürgen Stübinger. "Wir rechnen auf jeden Fall damit, dass wir dann weniger Gäste haben werden." An einen Betriebsurlaub sei nicht zu denken - die Lieferung der regionalen Produkte müsse schließlich weitergehen. Warum alles auf einmal gemacht werde, verstehe er nicht. Das Vorgehen des Bauamts empfinde er als "undurchsichtig".

Schlechtes Wetter befürchtet

Die Baubehörde in Bayreuth habe die betroffenen Anlieger zwar eingeladen und informiert, das "aber zu spät". Dabei hieß es, Himmelkron sei ein Knotenpunkt und "eure Kunden machen die Straßen kaputt." Nun werde die Deckschicht erneuert, der Oberbau verstärkt, die Schäden beseitigt. "Das ist alles nicht schön und wird noch spannend werden", sagt Stübinger. "Wie sollen wir zum Beispiel die Busse auf unseren Parkplatz lotsen?" Sollte das Wetter schlecht sein, könnten sich die Sanierungsarbeiten sogar länger als neun Wochen hinziehen. Für manchen Unternehmer sei das womöglich "existenzbedrohend und ein finanzielles Desaster".

"Werden uns überraschen lassen"

Die Spedition Goller erwartet ebenfalls erhebliche Probleme in der letzten Phase der Sanierungsarbeiten. Umleitungen bedeuten für die Fahrer mehr Kilometer, mehr Spritkosten und einen höheren Zeitaufwand, wie eine Mitarbeiterin am Telefon erklärt. Normalerweise seien die Lastwagenfahrer "mit einem Rutsch" auf der Autobahn. Durch die Bauarbeiten müssten sie Umwege fahren. Die Straßen zur Auffahrt Bindlacher Berg seien recht eng. "Wir müssen uns überraschen lassen und schauen, ob es zu einem Verkehrschaos kommt."

Was wird mit dem Schwerlastverkehr?

In Bad Berneck ist ein Verkehrschaos offenbar ausgeblieben. Anlieger der B 303 berichten von merkbar weniger Verkehr, und auch auf der alten B 2 durch die Bad Bernecker Oberstadt war kein erhöhter Schwerlastverkehr zu beobachten, wie in der Vergangenheit oft bei Problemen auf der Autobahn. Bei der Plassenburgkelterei ist man entspannt: Schlechte Apfelernte – weniger Verkehr. Vorstandsvorsitzender Friedrich Rösch erwartet, dass es „nicht ganz so dramatisch wird die nächsten Wochen, aber wenn es länger dauert …“.

"Notwendige Maßnahme"

Die Firma Frenzelit mit Hauptsitz in Bad Berneck hat auch ein Werk in Himmelkron. Mitarbeiter müssen regelmäßig zwischen beiden Werken pendeln, Prokurist Heinz Jahreis spricht auf Nachfrage von „nicht unerheblichen Einschränkungen“, aber er sehe auch die Notwendigkeit der Maßnahme. Am Informationsfluss hat er nichts auszusetzen. Die erste E-Mail über die Sperrung sei vor drei Wochen gekommen: „Nicht super frühzeitig, aber auch nicht vorgestern. Und an der Tatsache an sich ändert es nichts.“