Axt-Attacke: Alle Opfer aus Klinik

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Fünf Menschen hat ein junger Flüchtling mit einer Axt und einem Messer verletzt. Das Krankenhaus haben alle verlassen können - doch nicht alle Wunden sind geheilt.

Rund vier Monate nach der Axt-Attacke eines Flüchtlings in einem Regionalzug in Unterfranken haben alle Verletzten das Krankenhaus verlassen können. «Für einzelne müssen sich noch weitere Rehabilitationsmaßnahmen anschließen, die schlimmen Verwundungen haben ihre Spuren hinterlassen», teilte eine Sprecherin des Universitätsklinikums Würzburg am Mittwoch mit. Zuerst hatte die «Main-Post» darüber berichtet.

Damit konnten die letzten Mitglieder einer Touristenfamilie aus Hongkong, die Opfer der Attacke gewesen waren, zurück in ihre Heimatstadt fliegen. «Es liegt noch ein langer Weg vor mir», sagte der Verlobte der Tochter der Familie, der zu den Opfern gehörte, der «Main-Post». «Ein weiter Weg zurück zu meinem normalen Leben.» Der 31-Jährige hatte mehr als einen Monat im Koma gelegen.

Seine Verlobte, die Tochter der betroffenen Familie, bedankte sich bei allen, von denen die Familie Unterstützung bekommen habe. «Die seelischen Verletzungen werden nachwirken, ihre Folgen sind nicht in vollem Umfang absehbar, aber sicher schwerwiegend», sagte die Klinik-Sprecherin.

Der 17 Jahre alte Flüchtling hatte Mitte Juli mit einer Axt und einem Messer Menschen attackiert und sich zur Terrormiliz IS bekannt. Er verletzte fünf Opfer. Vier davon attackierte er in dem Regionalzug, sie gehörten zu der Familie aus Hongkong. Eine Fußgängerin griff er auf seiner Flucht an, sie wurde schon im August aus dem Krankenhaus entlassen. Polizisten erschossen den Täter, als er sie auf der Flucht angriff.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt in dem Fall. Es bestehe der Verdacht, «dass der Attentäter die Tat als Mitglied des sogenannten Islamischen Staats zielgerichtet begangen hat», hatte die Behörde in Karlsruhe Ende Juli mitgeteilt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte nach der Attacke gesagt, der Täter habe sich durch die Propaganda der Terrormiliz «angestachelt» gefühlt.

dpa

 

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