Seine Behörde ist zudem zum Schluss gekommen, dass der Tankrabatt nicht ganz beim Verbraucher ankam. Der Tankrabatt sei zwar weitergegeben worden. "Aber er ist aus unserer Sicht eben nicht zu 100 Prozent weitergegeben worden", sagt er. Wie hoch die Weitergabe genau war, wollte Mundt auf Nachfrage nicht sagen. "Ich kann das noch nicht präzisieren, weil wir die Zahlen der letzten Tage noch nicht validiert haben."
Debatte um Weitergabe des Rabatts
Das Kartellamt stellt sich damit auf die Seite des Ifo-Instituts und der Monopolkommission, die in den vergangenen Wochen ebenfalls eine unvollständige Weitergabe diagnostiziert hatten. Das Ifo sah bei Benzin eine relativ vollständige Wiedergabe, bei Diesel aber eine deutliche Lücke. Die Monopolkommission errechnete vor rund zwei Wochen für Benzin und vor allem Diesel ein Defizit bei der Weitergabe. Mundt sagte dazu: "Lesen Sie Ifo mal sehr genau, ich finde die Studie gar nicht schlecht."
Der Branchenverband bft hatte die Ifo-Studie am Montag als Populismus kritisiert. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) wies den Vorwurf überhöhter Preise zurück. "Unsere Mitglieder haben mit der Einführung des sogenannten Tankrabatts die Preise um 17 Cent je Liter gesenkt", sagt Hauptgeschäftsführer Christian Küchen. "Wenn die Energiesteuer auf Benzin und Diesel am 1. Juli wieder auf das reguläre Niveau angehoben wird, werden wir dementsprechend eine umgekehrte Reaktion sehen."