Blume hatte Werksschließungen damals eine letzte Option genannt, die er gern vermeiden wolle. Für Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm gebe es aber noch keine "wettbewerbsfähige Belegung" für die 2030er Jahre. "Unser Ziel ist es, in den nächsten sechs bis zwölf Monaten belastbare Perspektiven für alle Standorte zu schaffen", sagte der Manager. Im Gespräch ist etwa, Standorte zeitweise für die Rüstungsproduktion zu nutzen und auch der Bau von in China entwickelten VW-Modellen in Deutschland.
Was wird am Freitag entschieden?
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) versuchte am Mittwoch, die Sorgen der Beschäftigten in Zwickau zu dämpfen. "Auch am Freitag wird es dazu keine Entscheidung geben", sagte er in einem Facebook-Videostatement. Es sei noch nicht der Punkt erreicht, an dem festgelegt werde, wie es wirklich mit Volkswagen weitergehe. Kretschmer verwies auf die Effizienz des Werks und forderte einen Schulterschluss von Konzern, Belegschaft und Politik.
Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hält eine Schließung des Werks in Neckarsulm nicht für ausgemacht: "Es ist noch nichts entschieden, aber die aktuelle Berichterstattung zur Lage bei VW erfüllt mich mit großer Sorge". Aus seiner Sicht habe der Standort eine Zukunft. "Die Nähe zu Heilbronn und den dort entstehenden Themen rund um Künstliche Intelligenz eröffnet Chancen, die über die klassische Automobilproduktion hinausgehen". Er gehe davon aus, dass Unternehmensführung, Aufsichtsrat und Arbeitnehmerseite aufeinander zugingen und eine gemeinsame Lösung suchten. Eine Eskalation helfe niemandem.
Auch Branchenexpertin Helena Beron Wisbert von der Ostfalia Hochschule erwartet für Freitag keine umfangreichen Entscheidungen. Der Aufsichtsrat könnte ihrer Einschätzung nach einzelne Sparmaßnahmen beschließen. Von konkreten Lösungen für einzelne Werke ging sie aufgrund der von Blume genannten Sechs- bis Zwölf-Monatsfrist aber nicht aus.