Autobahnbrücke: Geld für Sanierung wäre da

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1093 Meter lang, 32 Meter hoch: Mit diesen Maßen ist die Lanzendorfer Autobahnbrücke die zweitlängste in ganz Nordbayern. Und seit fast zwanzig Jahren schickt sie ein nerviges Klappergeräusch ins Tal. Obwohl Geld da wäre, zögert die Autobahndirektion die technische Überholung hinaus.

Je nachdem, wie der Wind kommt, hört man das Geräusch ganz schön knackig.“ Michael Schill wohnt im Neubaugebiet unterhalb der Autobahnkirche. „Für uns Anwohner ist das ein Riesenproblem. Besonders wenn man im Sommer auf seiner Terrasse sitzt.“ Auch Adam Engelhardt aus Himmelkron und Erika Wunderlich aus Schwärzhof wünschen sich, dass der Krach endlich aufhört. Heinz Matussek aus Gössenreuth hält den Lärm schlichtweg für einen Konstruktionsfehler: „Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden. Das sage ich nicht nur als Gemeinderat, sondern auch als Betroffener.“

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Ob Hartnäckigkeit hilft?

Sie alle haben sich am Montagnachmittag am südlichen Widerlager der Talbrücke versammelt. Denn Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner war gekommen, um sich mit ihrem Kollegen Ulrich Lange aus der CDU/CSU-Fraktion das Ganze aus der Nähe anzuhören. Dass sie hartnäckig an einer Sache dranbleiben kann, hat Emmi Zeulner beim Thema Ortsumgehung Untersteinach bewiesen. Gut zwei Jahre nach der Bundestagswahl, konnte die Nachfolgerin von Karl-Theodor zu Guttenberg ihr Wahlversprechen zumindest teilweise einlösen.

Technisch fehlt der Brücke nichts

Ob ihr eine Lösung des Lärmproblems auch gelingt? Die Vorstöße des Gemeinderats und der SPD blieben bislang ohne Erfolg. Baudirektor Thomas Pfeifer, Leiter der Dienststelle Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern, blieb zunächst einmal unbeeindruckt: „Technisch fehlt der Brücke derzeit nichts.“ Die Brücke sei mit 68 000 Fahrzeugen täglich, 12 000 davon Schwerlastverkehr, zwar extrem belastet. Dennoch sei sie noch nicht reif für eine Sanierung. Die erfolge in der Regel erst nach 20 bis 25 Jahren. Alles andere sei nicht wirtschaftlich.

Lärmgrenzen würden eingehalten

Als die Talbrücke vor 17 Jahren gebaut worden sei, habe sie dem neuesten Stand der Technik entsprochen. Was beim Überfahren der Brücke ein Geräusch verursache, sei die Übergangskonstruktion. Sie ziehe sich je nach Temperatur und Last zusammen oder dehne sich aus. „Mittlerweile gibt es Übergänge, die weniger Lärm erzeugen“, räumte Pfeifer ein. Bei ihnen seien die Lamellen anders angeordnet. „Kurzfristig ist der Lärm nicht abzustellen.“ Die gesetzlichen Grenzwerte würden bei der Talbrücke eingehalten, dafür seien auch Lärmschutzwände errichtet worden.

Geduld der Menschen lange genug strapaziert

In Lanzendorf, direkt unter der Brücke, wo das Gespräch stattfand, ist das vom Brückenkopf übertragene „Boum, boum, boum“ ständiges Hintergrundgeräusch. Wie Bürgermeister Gerhard Schneider erläuterte, war die neue Trasse der A 9 ein Projekt der Deutschen Einheit. Bereits zwischen 1993 und 1995 sei mit den ersten Bauarbeiten begonnen worden. „Seit der Einweihung 1997 haben wir massive Probleme mit der Talbrücke. Die Menschen ertragen das seit 20 Jahren.“ Der Verkehr sei damals nur grob prognostiziert worden. Daher sei eine Lärmmessung innerorts dringend notwendig. Stellvertretender Bürgermeister Harald Peetz kritisierte: „Von Beginn an werden wir wegen dem Lärmproblem vertröstet. Wir haben das langsam satt.“ In Trockau und in Münchberg sei nach dem neuesten Standard gebaut worden. „Hier wird doch mit zweierlei Maß gemessen!“

400 Millionen Euro für Erhalt der Infrastruktur

Umso unverständlicher wirkt die Position der Autobahndirektion, wenn man Ulrich Lange zuhört, Obmann im Verkehrs- und Infrastrukturausschuss. „Der Bund hat seine Mittel für Erhaltungsmaßnahmen massiv aufgestockt“, stellte Lange fest. „Das bedeutet 400 Millionen Euro mehr für Bayern.“ Dabei sollen 70 Prozent der Mittel in den Erhalt und 30 Prozent in den Neubau gesteckt werden. Der Schwerlastverkehr werde außerdem um ein Drittel ansteigen.

Die Autobahndirektion habe die Verantwortung für fast 1000 Bauwerke, betonte Pfeifer. In den nächsten Jahren werde so viel wie noch nie in deren Erhalt investiert. Die Talbrücke sei jedoch frühestens in drei bis fünf Jahren an der Reihe. „Dann wird man rangehen müssen. Noch sind die technischen Funktionen nicht beeinträchtigt.“ Anders sei das bei der Autobahnbrücke bei Forchheim auf der A93 gewesen: Wegen der hohen Verkehrsbelastung habe es einen sofortigen Handlungsbedarf gegeben, um Schäden zu vermeiden.

Emmi Zeulner bat um eine konkrete zeitliche Perspektive. „Es muss doch mehr möglich sein, als darauf zu hoffen, dass bald etwas kaputt geht.“ Weitere Gespräche sollen folgen.