Vollsperrung auf B85 Frontalzusammenstoß fordert Todesopfer

Melitta Burger

Ein 37-Jähriger Mann aus Kulmbach gerät mit  seinem Ford  bei Schwingen auf die linke Fahrspur und kracht gegen einen Lkw. Für den Mann kommt jede Hilfe zu spät. Die B 85 ist stundenlang voll gesperrt.

Bei einem schrecklichen Frontalzusammenstoß eines Ford Mondeo mit einem Langholzfuhrwerk ist am Montagnachmittag auf der B 85 zwischen Kulmbach und Neudrossenfeld auf der Höhe der Abfahrt nach Schwingen ein Mensch ums Leben gekommen. Für den Lenker des Pkw, einen 37-Jährigen  aus Kulmbach, kam jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des  Mannes feststellen. Er muss unmittelbar nach dem heftigen Aufprall gestorben sein.

Was zu dem folgenschweren Unfall geführt hat, werden nun Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen müssen. Zur Unterstützung wurde auch ein Sachverständiger an die Unfallstelle geholt. Was der Kulmbacher Polizeichef Peter Hübner bisher mit Sicherheit sagen kann: „Der Autofahrer wollte nicht überholen.“ Warum der Mann mit seinem Wagen frontal in den Gegenverkehr krachte, darüber kann man bislang nur spekulieren. Zeugen haben laut Hübner ausgesagt, das Auto, auf dessen Rücksitz ein Kindersitz montiert war, sei  auf der Fahrt in Richtung Kulmbach kurz vor 14.30 Uhr plötzlich nach links gezogen. Der Fahrer des schwer beladenen Holztransporters hatte zwar noch eine Notbremsung eingeleitet. Die Bremsspuren gehen über viele Meter. Doch das Unglück war nicht mehr zu verhindern.

Frontal prallte der Ford mit fast vollständiger Überdeckung gegen den Lkw aus dem Zulassungsbereich Tirschenreuth, an dessen Steuer ein 52-Jähriger  aus Tschechien saß. Der Zusammenstoß war so heftig, dass der Anhänger mit der tonnenschweren Ladung aus Baumstämmen dem Führerhaus gefährlich nahe gekommen ist. Der verletzte Lkw-Fahrer wurde nach der Versorgung durch den Notarzt vom BRK-Rettungsdienst ins Kulmbacher Klinikum gebracht.

Unmittelbar nach dem schweren Unglück musste die B 85 zwischen Kulmbach und Unterbrücklein in beiden Richtungen voll gesperrt werden. Mitglieder von sechs Feuerwehren aus dem Umland  halfen ebenso wie das Kulmbacher THW mit seinem Verlehrsleitanhänger bei der Umleitung. Der Verkehr aus Richtung Bayreuth musste über die Autobahn einen weiten Umweg fahren. Auf der anderen Seite kam es später im Berufsverkehr immer wieder zu Behinderungen, weil in Leuchau eine Einbahnregelung eingerichtet werden musste.

Bis weit in die Nacht, schätzte Polizeichef Hübner, werde die Spurensicherung und die Räumung der Fahrbahn dauern.  Mit Hilfe eines Spezialkrans muss die Ladung des Lkw auf ein Ersatzfahrzeug umgeladen werden. Das allein wird  Stunden in Anspruch nehmen. Stand 17.50 Uhr hat der Gutachter inzwischen seine Arbeit aufgenommen. Das Spezialunternehmen, das den schwer beschädigten Lkw bergen soll, ist noch gar nicht am Unfallort eingetroffen. Mit dem Umladen und Abschleppen der Fahrzeuge kann erst begonnen werden, wenn die Spurensicherung abgeschlossen ist.

Feuerwehrleute  aus  Neudrossenfeld, Kulmbach, Altdrossenfeld, Brücklein, Leuchau, Lindau und Schwingen unter Leitung von Kreisbrandmeister Thomas Hoffmann aus Neudrossenfeld halfen bei der Bergung des toten Autofahrers. Auch ein Notfallseelsorger war am Unfallort

Die Rettungskräfte erinnerten sich am Unglücksort, dass vor eineinhalb Jahren, im Dezember 2020, fast an der selben Stelle, nur in entgegengesetzter Fahrtrichtung, ein fast identischer Unfall passiert ist. Auch damals war ein Pkw frontal gegen einen Lkw geprallt, der 31-jährige Fahrer des Autos war noch an der Unfallstelle gestorben, sein 22-jähriger Beifahrer musste damals mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden, der Lkw-Fahrer hatte einen schweren Schock erlitten. Bei diesem Unfall war ein Fehler beim Überholen als Ursache ermittelt worden.

Um 23.30 Uhr konnte die Polizei die B 85 wieder für den Verkehr freigeben. Acht Stunden lang war die Strecke zwischen Leuchau und Unterbrücklein vollkommen gesperrt. Es hätte noch länger gedauert, hätte man das Holzfuhrwerk tatsächlich umladen müssen. Doch dem Bergungsunternehmen gelang es, trotz der massiven Schäden am Zugfahrzeug und auch an den Anhängern, die beladenen Hänger abzuschleppen.

 

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