Zeugen, die den schrecklichen Unfall beobachtet hatten, waren noch mehr als eine Stunde danach vom Schrecken geprägt. „Der ist einfach nach links rübergezogen, und dann hat es auch schon furchtbar gekracht“, berichtet eine Frau. Der Busfahrer habe trotz seines Versuchs, noch auszuweichen, keine Chance gehabt, den Frontalzusammenstoß zu verhindern. „Das ging alles so rasend schnell.“

Die Frau bewundert die Arbeit der Feuerwehr. Unglaublich schnell seien die Helfer dagewesen. Während sich eine Gruppe sofort darum bemühte, den schwerstverletzten und massiv eingeklemmten Autofahrer aus seinem Fahrzeugwrack zu holen, kümmerten sich andere Kräfte um die aufgeregten Kinder und brachten sie vom Geschehen fort.

Auf einem nicht weit von der Unfallstelle entfernt gelegenen Pendlerparkplatz wurden die Neudrossenfelder Schüler versorgt. Vier der Kinder und auch der Busfahrer seien leicht verletzt worden, berichtet die Polizei. Aus Sicherheitsgründen seien aber auf Anraten der Notärzte alle Kinder zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden. Zum Teil waren auch Eltern an die Unfallstelle geeilt, nachdem sie erfahren hatten, was passiert war.

Kurz vor einem Baum zum Stehen gekommen

Zum Unfallgeschehen selbst kann die Polizei bislang nur wenig sagen. Es sei unstrittig, dass es der VW Golf gewesen ist, der auf die andere Fahrbahn geraten war und dort mit großer Wucht gegen den entgegenkommenden Schulbus prallte, der mit den sieben Kindern an Bord zur Neudrossenfelder Schule unterwegs war. Mehr konnte die Polizei bislang zum Unfallgeschehen nicht mitteilen.

Für die Insassen des Busses, der einem Neudrossenfelder Reiseunternehmen gehört, hätte es leicht noch schlimmer kommen können. Das schwere Fahrzeug war ins Bankett geraten und gegen eine Böschung geprallt. Es kam glücklicherweise kurz vor einem mächtigen Baum  zum Stehen.

Die Polizei verständigte wegen des Unfalls auch die Staatsanwaltschaft in Bayreuth. Ein Gutachter wurde an den Unfallort  gerufen. Er soll die Polizei bei den Ermittlungen zur Unfallursache unterstützten.

Für den Autofahrer, einen 56-jährigen Mann aus Bayreuth, kam jede Hilfe zu spät. Der Verunglückte wurde noch in den Trümmern seines Fahrzeugs wiederbelebt und schließlich unter lebenserhaltenden Maßnahmen in den Rettungswagen gebracht. Die Versuche, ihn zu reanimieren wurden dann aber noch an der Unfallstelle abgebrochen. Die Polizei brauchte Stunden, um die Identität des Opfers zu klären.

Feuerwehren aus der ganzen Umgebung wurden alarmiert. 40 Helfer waren nach Angaben der Feuerwehr insgesamt wegen des Unfalles im Einsatz. Vom BRK waren 20 Kräfte im Einsatz, dazu der Rettungshubschrauber mit Notarzt und ein weiterer Notarzt aus Kulmbach.

Rettungskette hat einwandfrei funktioniert

Zwei Rettungswagen und vier Krankentransportfahrzeuge wurden gebraucht, um alle am Unfall beteiligten Personen ins Krankenhaus zu bringen. Dass Rettungskräfte zusammenhalten, egal woher sie sind, konnte man an dieser Unfallstelle auch miterleben. Ein Sanitäterteam aus Bad Mergentheim, das von einer Patientenverlegung nach Hause unterwegs war, bot sich spontan an, bei der Versorgung der Menschen mitzuhelfen. „Sie wurden sofort miteingebunden. Die Rettungskette hat einwandfrei funktioniert“, berichtet Feuerwehr-Sprecher Yves Wächter.

Bis in die Abendstunden hinein war die Bundesstraße 85 zwischen Kulmbach und Bayreuth auf Höhe der Autobahneinfahrt bei Unterbrücklein vollständig gesperrt. Die Bergung des verunglückten Busses hatte sich als sehr schwierig erwiesen.

Das massiv beschädigte Fahrzeug steckte in einer Böschung fest. Wegen des Unfalls kam es in beiden Richtungen den ganzen Nachmittag über zu massiven Rückstaus. Autofahrer brauchten am Mittwoch bis in den Abend auf dieser Strecke viel Geduld. Umleitungen waren nur teilweise möglich, sagt die Polizei. Vor allem, als schließlich der Berufsverkehr einsetzte, kam es zu umfangreichen Staus.