Mehlmeisel Luchs "Junior" wandert aus in die polnische Freiheit

Zeit des Abschieds: Eckard Mickisch trennt sich von Luchs "Junior". Das Tier wird in Polen ausgewildert. Foto: red

MEHLMEISEL. Es ist immer schwer, wenn man sich von einem seiner Kinder trennen muss. Nun war es wieder so weit für Eckard Mickisch. Der Betreiber des Wildparks Mehlmeisel gab einen Luchs her. Er soll in Nordpolen ausgewildert werden. Aber Mickisch wird "Junior" noch eine ganze Weile aus der Ferne verfolgen können.

Seit 2014 gibt es den Wildpark Mehlmeisel. Und die Stars im Gehege sind eindeutig Charles und Diana, das Luchspärchen. Mehrfach haben sie seither Nachwuchs gehabt. 2018 kam "Junior" zur Welt, damals als Einzelkind. "Er war relativ ruhig, hat sich aber gut entwickelt, ist gut gesprungen und geklettert", schildert Mickisch, "aber er ist nicht so auf Menschen zu, hat die Dinge lieber aus der Ferne beobachtet."

EU-Projekt

Das habe ihn zu einem guten Kandidaten für eine Auswilderung gemacht. Konkret für ein durch die EU gefördertes Naturschutzprojekt in Nordpolen, die Auswilderung von rund einem Dutzend Luchsen aus Deutschland und Österreich -- einer davon aus Mehlmeisel. Dieser Tage war eine vierköpfige Delegation aus Polen am Klausenberg, inklusive Dolmetscher, Biologe und Tierarzt, und für Mickisch hieß es Abschied nehmen von seinem betäubten "Junior".

In Polen angekommen, wird der Mehlmeisler Luchs nicht einfach aus der Kiste gelassen. Über einen Zeitraum von vier bis zwölf Wochen wird er auf ein Leben in Freiheit vorbereitet, kann zum Beispiel das Jagen auf lebendes Wild lernen, "in Deutschland ist das nicht möglich", so Mickisch. Er hat gleichwohl die Grundlage gelegt, hat "Junior" an unterschiedliche Nahrung gewöhnt: "Wenn er einen Hasen, ein Reh oder einen Fuchs sieht, weiß er bereits: Das kann man essen."

Mit GPS dem Luchs folgen

Und Mickisch wird seinen Luchs noch eine ganze Weile verfolgen können. Das Tier hat ein Halsband mit einem GPS-Sender, dessen Batterie ein bis zwei Jahre reicht. Aus der Ferne kann man sogar die Sendefrequenz des GPS-Signals verändern, dass es beispielsweise stündlich oder nur einmal am Tag funkt.

Dabei schaut sich Mickisch vorher genau an, wem er seine Tiere gibt. Im Fall der Polen, die außer Luchsen auch Wisente auswildern, war er überzeugt, hat ihnen sogar durch seine Kontakte weitere Tiere vermittelt: "Wenn man einen Luchs der Natur zurückgeben kann, das ist schon eine Sache."

Heuer kein Nachwuchs

Aktuell gibt es drei Luchse im Waldpark Mehlmeisel: Charles, Diana und Sohn Viktor. Dieses Jahr gab es keinen Nachwuchs, aber Mickisch ist zuversichtlich, dass sich nächstes Jahr wieder ein oder zwei kleine Luchse am Klausenberg tummeln.

Mehr Informationen über das Auswilderungsprojekt in Nordpolen gibt es unter www.rysie.org, die Sprache lässt sich auf englisch einstellen.

 

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