Ausstellung in Weißenstadt Achatsteine spiegeln die Struktur der Welt

red
Besucher der Ausstellung Achat Art des Künstlers Martin May (Dritter von links) im Antiquariat Wilsbergensis in Weißenstadt. Foto: Stephan Geiger

Martin May aus Auerbach liebt Achate. Er hat sie zu farbigen Collagen zusammengestellt und zeigt sie im Antiquariat Wilsbergensis in Weißenstadt.

Jede Menge Farben strahlen den Gästen von den Wänden des Antiquariats entgegen. Farben, die der Natur entspringen. Surrealistische Bildmontagen zeigen die Strukturen der bunten Achatsteine.

Der Künstler, der unter dem Pseudonym Martin May die Ausstellung präsentiert, erklärt, er habe einfach Gefallen an den bunten Steinen, sie hätten es ihm angetan. Für den Mann, der in Auerbach im Erzgebirge lebt, steht die Kunst für sich, und jeder Betrachter solle selbst entscheiden, was er auf den Bildern erkennt.

Stein gewordene Philosophie

May, Jahrgang 1958, stellt zum ersten Mal aus. Insgesamt 26 Werke zeigt der Künstler im Obergeschoss der Galerie Wilsbergensis. Die Szenen, Figuren und Strukturen auf den Achatbildern sind einmalig, keines ist wie das andere. Eines stellt eine blaue Scheibe von oben abfotografiert dar - eigentlich könnte es auch ein Atoll aus der Vogelperspektive zeigen. Ein anderes lässt eine verschneite, japanisch anmutende Landschaft erkennen, mit einem kleinen Schloss unterhalb eines markanten Berges, das Bild heißt „Philosophers Hut“ und hängt wohl mit dem Aufenthalt des Künstlers in Japan zusammen. May erläutert dazu, dass der Philosoph sein eigenes Gedankenschloss baut.

Künstler und Autor

May lebte in Japan und in Amerika, er reiste viel. Nach Weißenstadt und ins Antiquariat Wilsbergsis kam er über seine Lektoren Birgit und Karl-Heinz Freudemann aus Vordorf. Martin May ist auch unter dem Pseudonym Elias Berg als Autor von Krimi- Romanen und Schachbüchern bekannt, er trennt aber laut seiner Aussage die Kunst und die Schriftstellerei strikt voneinander.

Man merkt, dass der Künstler sich Gedanken bei seinen Werken gemacht hat. Vieles ist hochgradig symbolisch; May arbeitet mit stilistischen Mitteln und erschafft seine Achatbilder in Kombination mit Fotografien von Vögeln, Architektur und Natur. Während er den Teilnehmern der Ausstellungseröffnung seine Bilder vorstellt, zeigt er einzelne Steine und bringt sie mit einer Taschenlampe zum Leuchten. Alle Collagen sind auf Hahnemühle Fine Art Papier gedruckt.

Jeder Betrachter erkennt anderes

Philipp Charaoui, der die Ausstellung zusammen mit Martin May aufgebaut hat, vergleicht die vieldeutigen Strukturen mit denen von Mandelbrotmännchen. Diese kämen in der Natur immer wieder vor, Physik und Mathematik als Naturwissenschaften beschrieben sie. So sei es laut Charaoui nicht verwunderlich, dass man in den Achaten eben auch andere Figuren erkennen könne – Berge, Seen oder Wellen. Ein Bild vermischt sogar den Mond mit der inneren Struktur eines Moosachats. Die Kunst ermöglicht es, einen anderen Blick auf die Welt zu werfen. Man müsse nur versuchen, die eigene Per-spektive zu wechseln, erklärt der Mitgründer des Antiquariats.

Wer sich die Zeit nimmt, die Bilder länger zu betrachten und auf sich wirken zu lassen, wird sicherlich die einen oder anderen atemberaubenden Landschaften, interessanten Geschichten oder neue Strukturen entdecken.

Mays digitale Achat Art ist noch bis Ende Oktober in der Galerie Wilsbergensis immer mittwochs und samstags zu besichtigen. Alle Drucke sind in einer limitierten Auflage erstellt und mit Rahmung erhältlich.

Mehr zum Künstler und der Veranstaltung findet man im Internet auf der Webseite des Antiquariats Wilsbergensis (www.wilsbergensis.de) oder der Homepage des Künstlers (www.achatart).

 

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