Ausbildungsmesse Future.gram Fertig mit der Schule – was nun?

Vorbeikommen – informieren und durchstarten. Auf der Ausbildungsmesse Future.gram können sich Schülerinnen und Schüler von verschiedenen Unternehmen beraten lassen. Ähnlich wie im April in Bindlach vor knapp einem Monat (Bild). Mit einem fünf Tonnen schweren Transportfahrzeug besucht die Bundeswehr die Messe und wirbt damit für das Militär. Die interessierten Schüler können sich am Stand über 40 Ausbildungsberufe informieren, die die Bundeswehr anbietet Foto: Archiv/Ralf Münch

Raus aus der Schule und rein in den Beruf. Doch was möchte ich überhaupt mal werden, fragen sich viele junge Schüler, die bald ihren Abschluss machen. Eine kleine Hilfestellung erhalten sie am kommenden Wochenende, wenn die Ausbildungsmesse Future.gram, die der „Nordbayerische Kurier“ organisiert, das erste Mal in Auerbach in der Oberpfalz eröffnet.

In der Helmut-Ott-Halle warten fast 50 Ausbildungsbetriebe auf interessierte junge Menschen. Dabei dient die Future.gram als Plattform für den ersten Kontakt zwischen Schülern, Studenten und den Ausbildungsbetrieben.

Im Normalfall macht man ihn ein Leben lang. Deshalb ist es für viele junge Menschen eine Herausforderung, den richtigen Beruf zu finden. Zur besseren Orientierung findet Future.gram nun das erste Mal in Auerbach statt.

„Die vergangene Messe im April in Bindlach war ein Erfolg. Das Feedback der Firmen und Besucher war durchwegs positiv. Deshalb haben wir am Grundkonzept der Messe aus kostenlosen Bus-Shuttles für Schulen und Speeddatings, bei denen sich Jugendliche und Unternehmensvertreter für 15 Minuten austauschen, festgehalten“, so die beiden Organisatoren des „Nordbayerischen Kuriers“, Oliver Altendorf und André Riedel.

Unterschiede zu Bindlach: die Messe findet an einem Schultag und an einem Samstag statt. Bereits knapp 500 Schüler haben sich für den kommenden Freitag angemeldet, die mit Bussen von der Schule abgeholt und auch wieder zurückgebracht werden. Die angemeldeten Schulen kommen dabei aus dem ganzen Umkreis: Amberg, Auerbach, Grafenwöhr, Sulzbach-Rosenberg, Röthenbach, Velden.

Der Samstag ist für Schülerinnen, Schüler, Studenten, junge Erwachsene und deren Eltern gedacht. „Wir machen somit neue Erfahrungen, ob dieser Tag angenommen wird“, erklärt André Riedel. Für den Besuch am Samstag spricht auch eine Eltern-Informationsveranstaltung um 14 Uhr mit Vertretern der Aussteller. Themen sind unter anderem Orientierung im „Dschungel“ der Ausbildungsangebote, Ausbildungsgehalt und Förderungsmöglichkeiten.

Der direkte Kontakt ist wichtig

Stadtoberhaupt Joachim Neuß freut sich über die Entscheidung des „Nordbayerischen Kuriers“, dass die Stadt Auerbach als neuer Messestandort ausgesucht wurde. „Das ist eine große Bereicherung für unsere lokale Wirtschaft“, meint der Bürgermeister und hofft, dass die Messe dabei hilft, die Fachkräfte der Zukunft zu finden. „Die Schulabgänger müssen erfahren, dass eine gute Karriere auch ohne Studium möglich ist. Danach giert unser Arbeitsmarkt. Alle unsere Handwerker suchen händeringend nach Fachkräften.“

Ein Aussteller, der auch mit großem Gerät auffährt, ist die Bundeswehr. Mit über 40 Ausbildungsberufen und 20.000 freien Ausbildungsplätzen – pro Jahr – ist das Militär wohl einer der größten Arbeitgeber auf der Future.gram. Gerade in der nördlichen Oberpfalz ist sie auf der Suche, da es dort sehr viele Kasernen gibt.

„Wir bieten sehr viel. Ausbildungen zum Koch, Kfz-Mechatroniker oder Bürokaufmann. Das Angebot ist vielfältig“, verrät Regierungsamtmann Christian Miedl von der Bundeswehr Karriereberatung aus Weiden. Vor Ort präsentiert sich das Team mit einem großen, fünf Tonnen schweren, ungeschützten Transportfahrzeug (UTF). „Gerade im Bereich der Fachkräfte für Lagerlogistik sind wir zum Beispiel auf der Suche. Dafür bringen wir das Fahrzeug und zwei Soldaten vom Logistikbataillon 4/72 aus Kümmersbruck mit.“

Doch auch regionale Anbieter, wie das Bauunternehmen Markgraf aus Bayreuth, sind auf der Future.gram vertreten. Zwar bringt der Ausbildungsbeauftragte Kevin Kaiser kein schweres Gerät mit auf die Messe, aber sich, einen Auszubildenden und viel gute Laune. „Wir zwei machen Gaudi, mehr brauchen wir nicht“, sagt Kaiser lachend und erklärt, weshalb er sich schon jetzt auf die zwei Tage Messe freut. „Wir suchen sieben Azubis im gewerblichen Bereich. Endlich können wir wieder persönlich mit der Jugend sprechen. Das hilft, Interessierte zu finden.“

In persönlichen Gesprächen wirbt Kaiser dann für ein Praktikum, da er sich sicher ist, dass man dadurch einen besseren Einblick in die Arbeit des Unternehmens erhält. Zwar sei es aktuell schwierig, Auszubildende zu finden, trotzdem freue man sich darüber, dass Markgraf schon jetzt 24 Stellen vergeben konnte. „Kommt zu uns, wenn ihr was Cooles hören wollt“, lockt er die Jugendlichen schon jetzt.

Unsicher über endgültige Berufsentscheidung

Dass man endlich wieder in den persönlichen Kontakt mit den Heranwachsenden treten kann, freut auch die Mitarbeiter der Regierung von Oberfranken. „Die Wahl des Berufes ist eine der wichtigsten Weichenstellungen im Leben. Ausbildungsmessen und Praktika bieten den Schulabgängerinnen und -abgängern die Möglichkeit, einen Einblick in die Vielfalt an Ausbildungs- und Studienangeboten zu bekommen, eigene Vorlieben herauszufinden und erste Kontakte zu einem möglichen künftigen Arbeitgeber zu knüpfen“, weiß Barbara Endesfelder, Ausbildungsleiterin bei der Regierung von Oberfranken. Deshalb nutze man auch gerne die Möglichkeit der Future.gram, um sich selbst als vielseitigen Arbeitgeber vorzustellen. Hauptaugenmerk lege man dabei auf die Ausbildungsberufe Verwaltungswirt und das duale Studium Diplom-Verwaltungswirt.

Die Future.gram-Messe ist für alle Interessierten in der Zeit von 9 bis 17 Uhr, bei kostenlosem Eintritt und ohne Anmeldung geöffnet.

Die vorangegangene Messe habe gezeigt, dass einige Schülerinnen und Schüler auch nach dem Besuch noch unsicher über ihre endgültige Berufswahl seien. Aber das ist auch nicht Sinn der Sache. „Vielmehr geht es um Informationen und Kontakte, die später zur Ausbildung führen können. Was mir persönlich am Herzen liegt: Schüler sollen erkennen, dass es keine zweite Möglichkeit für den ersten Eindruck gibt. Deshalb wäre es sinnvoll, die Jogginghose einmal im Schrank zu lassen“, sagt Riedel.


Wer noch Interesse hat, kann unter www.futuregram-messe.de Gesprächstermine über 15 Minuten mit den Personalverantwortlichen der Ausbildungsbetriebe fest buchen. So ist garantiert, dass Interessierte im Einzelgespräch Zeit haben, den Beruf kurz kennenzulernen und im besten Fall schon einen Folgetermin für weitere Gespräche zu vereinbaren.

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