Ausbildung: Landwirt als Beruf der Zukunft

Stephan Herbert Fuchs
Zusammen mit den Gratulanten stellten sich die Absolventen aus dem Landkreis Wunsiedel zum Gruppenbild. Auch der stellvertretende Wunsiedler Landrat Roland Schöffel (rechts) war bei der Feier dabei. Foto: Stephan Herbert Fuchs

43 frischgebackene Landwirte aus Ostoberfranken erhielten in Himmelkron ihre Zeugnisse und Urkunden. Die Freisprechungsfeier richtete zum ersten Mal die Regierung von Oberfranken aus.

43 Absolventen des Ausbildungsberufes Landwirt aus den Städten und Landkreisen Bayreuth, Hof, Kulmbach und Wunsiedel haben am Mittwoch in Himmelkron ihre Zeugnisse und Urkunden erhalten. Für die „Freisprechungsfeier“ war erstmals die Regierung von Oberfranken statt wie bisher das jeweilige Landwirtschaftsamt zuständig. Hintergrund ist die Neuorganisation der Ämterstruktur, in deren Rahmen seit Juli 2021 die Bezirksregierungen für die Berufsausbildung der Landwirte zuständig sind. Lediglich die Berufsberatung liegt weiterhin in den Händen der Landwirtschaftsämter. Unter den 43 Absolventen waren auch neun Damen.

Lebensmittel regional erzeugen

Mit Louisa Riedl, Jan Morath und Christopher Schramm kommen alle drei Besten des Ausbildungsjahres aus der Gemeinde Himmelkron. Bei der feierlichen Verabschiedung betonten sämtliche Redner, wie wichtig die regionale Erzeugung von Lebensmitteln vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und des Ukrainekrieges ist. Ebenso ließ es kein Redner aus, an die jungen Leute zu appellieren, Weiterbildungsangebote anzunehmen.

„Die Bedeutung von Nahrungsmittelsicherheit ist uns allen wieder bewusst geworden“, sagte Burkhard Traub von der Regierung. Doch Landwirte stünden noch für vieles mehr, für den Erhalt der Kulturlandschaft für das gesellschaftliche Leben auf dem Land, für ein aktives Dorfleben und eine lebendige Dorfkultur. Eine fundierte landwirtschaftliche Ausbildung bezeichnete er als bestmögliche Vorbereitung auf das künftige Berufsleben.

Abwechslungsreicher Beruf

Es gebe kaum einen anderen Beruf, der so abwechslungsreich und vielfältig ist wie der des Landwirts, so der stellvertretende Hofer Landrat und Bürgermeister von Naila Frank Stumpf. Noch immer machten sich viele Menschen im Supermarkt keine Gedanken darüber, woher das reichhaltige Angebot eigentlich kommt. Dazu benötige es die Landwirte als hoch qualifizierte Fachkräfte, die sich ständig neuen Herausforderungen stellen müssten.

Von einem „Beruf der Zukunft“ sprach Andrea Brönner, die Leiterin des Beruflichen Schulzentrums Stadt und Landkreis Hof, zu dem auch die Berufsschule für Landwirte in Münchberg gehört. Zusammen mit Martin Abt, dem Leiter des Staatlichen Berufsschulzentrums III in Bayreuth, sprach sie aber auch die Herausforderungen an. „Das Problem ist die Akademisierung der Bildung“, sagte Andrea Brönner. Martin Abt bezeichnete im Rückblick den Distanzunterricht als nicht einfach. Er sprach auch den Lehrermangel an seinem Schulzentrum und an den Berufsschulen allgemein an.

Selbstbewusst auftreten

Glückwünsche für den Bauernverband überbrachte der Kulmbacher BBV-Kreisobmann Harald Peetz. Er bereitete die jungen Leute darauf vor, dass sie es im Rahmen ihrer künftigen Tätigkeit auch immer wieder mit Teilen der Gesellschaft zu tun hätten, die „es nicht immer gut mit uns meinen“. Er appellierte deshalb an die frischgebackenen Landwirte, selbstbewusst zum eigenen Berufsstand zu stehen, schließlich seien seit den Krisen gerade die Bauern wieder mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt.

Auch Rainhard Kortschack vom Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) sprach dieses Thema an. „So mancher Verbraucher träumt noch immer von der lila Kuh“, sagte er. Die Landwirte müssten sich deshalb immer wieder aufs Neue bemühen, in der Gesellschaft Gehör zu finden.

Vier aus dem Landkreis Wunsiedel

Aus dem Landkreis Wunsiedel haben ihre Ausbildung zum Landwirt erfolgreich beendet: Ralf Amann (Röslau), Michel Döhler (Thiersheim), Moritz Friedel (Höchstädt) und Jonas Gräbner (Kirchenlamitz).

 

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