Ausbildung Auch Bayerns Polizei leidet unter sinkenden Bewerberzahlen

Polizeianwärter applaudieren bei der Vereidigung des Polizeimeisteranwärterlehrgangs. Foto: Michael Reichel/dpa/Archivbild

Wer bei der Polizei die Ausbildung schafft, hat einen sicheren Arbeitsplatz. Doch das Argument überzeugt offenbar immer weniger junge Menschen. Im vergangenen Jahr blieben gar Stellen unbesetzt.

München (dpa/lby) - Wie in vielen anderen Branchen machen auch Bayerns Polizei rückläufige Bewerberzahlen zunehmend zu schaffen. So konnte die für die Ausbildung verantwortliche Bereitschaftspolizei im vergangenen Jahr 67 der 1568 Ausbildungsplätze auf der sogenannten Qualifikationsebene 2, dem früheren "mittleren Dienst", nicht besetzen. Dies teilte das Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit. Bei der Besetzung der rund 180 Ausbildungsstellen auf der 3. Qualifikationsebene (vormals "gehobener Dienst") habe es keine Probleme gegeben.

Als Gründe führt das Innenministerium einerseits einen Mangel an genügend qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern an, andererseits hätten vermehrt Bewerberinnen und Bewerber auf einen angebotenen Ausbildungsplatz verzichtet. "In der Summe haben aber immer noch deutlich mehr Polizisten und Polizisten die Ausbildung begonnen, als in den Ruhestand gehen. Außerdem werden die nicht realisierten Einstellungen bei nachfolgenden Einstellungsterminen nachgeholt", betonte ein Sprecher.

Rein quantitativ zeigen schon die Bewerberzahlen im Jahr 2022 bereits einen massiven Rückgang: 10.400 Personen bewarben sich auf die 1570 Stellen, 2021 waren es noch 13.600 Bewerbungen für 1510 Stellen und im Jahr 2020 insgesamt 12.200 Bewerbungen für 1650 Stellen. Beim "gehobenen Dienst" sind die Bewerberzahlen dagegen weitgehend stabil, 2022 lag sie bei 3400, 2021 bei 3700 und 2020 bei 3900 Bewerbungen.

Um potenziell mehr Bewerber und Bewerberinnen zu erreichen, wurde seit dem Einstellungstermin im Frühjahr 2018 die Altersgrenze für den Vorbereitungsdienst für die Fachlaufbahn Polizei und Verfassungsschutz mit dem fachlichen Schwerpunkt Polizeivollzugsdienst von 26 auf 31 Jahre angehoben.

Die Bayerische Polizei sei "grundsätzlich nach wie vor ein beliebter Arbeitgeber", hieß es weiter. Das zeige sich auch an dem jährlich veröffentlichten "Trendence Schülerbarometer", bei dem Schülerinnen und Schüler nach den attraktivsten Arbeitgebern gefragt werden und bei dem die Polizei seit Jahren auf den vordersten Plätzen lande. Gleichwohl sei bereits die Nachwuchswerbung forciert worden.

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