Gespielt wird in einem Zwei-Tages-Rhythmus – noch einmal eine größere Belastung im Vergleich zur ersten Runde. „Das gilt aber für beide Mannschaften. Das darf keine Ausrede sein“, sagt Tigers-Trainer Sergej Waßmiller. Zumindest entsteht seinem Team insofern kein Nachteil, dass auch die Tölzer gegen den EHC Freiburg über die volle Distanz gegangen sind. Waßmiller schränkt jedoch ein: „Wir müssen fahren, sie nicht.“

Dabei hatte es nach dem 3:0-Sieg in Spiel eins im Breisgau und der 2:0-Führung in der Serie bereits nach einer klaren Sache für die Löwen ausgesehen. Im Gegensatz zum Duell der Bayreuther mit Weißwasser – die ersten vier Partien, davon zwei mit Verlängerung, endeten mit nur einem Tor Unterschied – gab es lediglich eine vom Ergebnis so knappe Begegnung. Dieses Spiel vier dauerte dafür dann gleich 92:57 Minuten, ehe Jannik Herm in der zweiten Overtime für die Entscheidung zu Ungunsten der Tölzer sorgte und die Serie zum 2:2 ausglich.

Jeweils ein Auswärtserfolg gelang den heutigen Kontrahenten, und auch diesmal brauchen die Tigers wieder mindestens einen, um eine Chance auf den Gesamtsieg zu haben. Denn nachdem die Tölzer in der Hauptrunde lange Zeit das Schlusslicht waren, zogen sie an den letzten beiden Spieltagen noch an Bayreuth vorbei und haben dadurch jetzt den Heimvorteil auf ihrer Seite. Im Gegensatz zu den 25 Punkte entfernten und damit im Vorfeld favorisierten Lausitzer Füchsen, betrug der Rückstand zum Aufsteiger aus Oberbayern aber nur fünf Zähler. „Sie sind eine sehr gute Mannschaft und haben sich gut verstärkt. Es wird eine schwere Aufgabe“, dämpft Waßmiller dennoch die Erwartungen.

Womöglich auch, weil seine Mannschaft in dieser Saison schon schlechte Erfahrungen mit Bad Tölz gemacht hat. Die ersten drei Vergleiche gingen mit 4:6, 2:5 und 4:5 nach Verlängerung allesamt verloren. Wäre dem Tigers-Coach angesichts dieser negativen Bilanz Freiburg (zwei Siege, zwei Niederlagen) als Gegner lieber gewesen? „Wir müssen nehmen, was kommt. Freiburg, Tölz oder Weißwasser – um in der Liga zu bleiben, musst du einen davon schlagen. Ich hoffe, die Jungs verstehen, dass sie alles dafür tun müssen. Wir müssen uns auf das nächste Spiel konzentrieren und Vollgas geben, auch wenn die Wunde tief ist.“

Nur im bislang letzten Aufeinandertreffen mit den Tölzer Löwen am 11. Februar in Bayreuth behielten die Tigers mit 5:2 die Oberhand. Die Treffer erzielten damals Timo Gams, Eric Chouinard, Sergej Stas, Michal Bartosch und Anthony Luciani. Der kanadische Topscorer der Bayreuther ist nach seiner Sperre für Spiel sieben in Weißwasser wegen zwei Disziplinarstrafen heute wieder mit von der Partie. „Chouinard hat nach seiner Rückkehr einen ordentlichen Job gemacht. Luciani haben wir mit seiner Qualität aber schon vermisst“, gibt Waßmiller zu. Heute muss er wieder auf Förderlizenzler Eugen Alanov verzichten, der sich gleich auf den Weg nach Berlin gemacht hat, um DEL-Klub Nürnberg Ice Tigers im ersten Halbfinalspiel bei den Eisbären zu unterstützen.

Leistungsträger im Team des in Bayreuth bestens bekannten Tölzer Trainers Rick Boehm sind der finnische Goalie Mikko Rämö, Topscorer Philipp Schlager, Torjäger Johannes Sedlmayr, der mittlerweile 41-jährige Ex-Nationalspieler Klaus Kathan sowie die Kontingentspieler: der slowenische Olympiateilnehmer Marcel Rodman, der nach einer Entzündung am Schienbein vor Kurzem zurückgekehrte Chris St. Jacques, Verteidiger Casey Borer und Joonas Vihko, der zuletzt aber zweimal als überzähliger Ausländer pausieren musste.

Zuversicht bei Geschäftsführer Matthias Wendel

So groß die Enttäuschung über den knapp verpassten Klassenerhalt in der ersten Playdown-Serie für Tigers-Geschäftsführer Matthias Wendel ist, so groß ist auch seine Zuversicht, den DEL2-Verbleib nun gegen Bad Tölz zu realisieren. Seinen Optimismus zieht er vor allem aus der Tatsache, dass die Tigers mit den in der Hauptrunde so deutlich besseren Lausitzer Füchsen in der K.o.-Runde auf Augenhöhe agierten. Nicht zu vergessen sei zudem die Rückkehr von Topscorer Anthony Luciani ins Team. „Und auch Martin Heider integriert sich nach seiner langen Verletzung immer besser.“ Finanziell sei die Verlängerung der Saison mit mindestens zwei weiteren Heimspielen kein übergroßer Segen, ergänzt Matthias Wendel, da auch der Aufwand erheblich sei. Und dennoch hofft er im ersten Heimspiel auf eine große Kulisse. Der Ostersamstag mit der Startzeit um 16 Uhr sei vor allem für Familien hochattraktiv.