Auerbach 5,7 Millionen Euro für 25 Wohnungen

Brigitte Grüner

Es gibt einen neuen Investor für die geplante Wohnanlage am Meiergraben in Auerbach (Landkreis Amberg-Sulzbach). Der Stadtrat stimmte dem neuen Bauantrag mehrheitlich zu.

Wie vorher die Raiffeisenbank plant auch der neue Investor eine Wohnanlage an der Einfahrt zum Meiergraben. Einfamilienhäuser schließen sich weiter hinten an. Foto: /Brigitte Grüner

Auerbach - Fast identischer Baukörper, neuer Investor. Zum Antrag auf Errichtung von zwei Mehrfamilienhäusern durch ein Kölner Unternehmen am Meiergraben gab es am Mittwochabend im Stadtrat unterschiedliche Ansichten.

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Schon der erste Antrag fand nicht das Gefallen aller Stadträte, obwohl mit der Promei GmbH, einer Tochterfirma der Raiffeisenbank Auerbach-Freihung, ein örtlicher Investor dahinterstand. Zwischenzeitlich wurde das Baugrundstück von der Bank verkauft, und zwar an die FA Global Bau GmbH mit Sitz in Köln.

Der Stadtrat hatte bereits in der Sitzung am 19. Mai 2021 den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Wohnanlage Meiergraben“ als Satzung beschlossen. Mit der öffentlichen Bekanntmachung ist der Bebauungsplan am 8. Juni des Vorjahres in Kraft getreten. Nach dem neu eingereichten Bauantrag werden pro Gebäude zwölf bis 13 Wohnungen geschaffen, schreibt die Bauverwaltung in der Sitzungsvorlage.

Freistellungsverfahren

Das Vorhaben entspreche den Vorgaben des Bebauungsplanes und könne daher im so genannten Freistellungsverfahren bearbeitet werden. Das Bauvorhaben umfasst einschließlich der 29 geplanten Stellplätze eine Grundfläche von fast 1040 Quadratmetern. Geplant sind 15 Zwei- und zehn Drei-Zimmerwohnungen, die zwischen 40 und 110 Quadratmeter groß werden sollen. Die Gesamtkosten wurden vom Investor mit 5,72 Millionen Euro errechnet.

Die Realisierung des Projekts soll rasch erfolgen, kündigte das Unternehmen an. Wegen des geänderten Vertragspartners musste der Stadtrat den Durchführungsvertrag anpassen. Auch wegen der Änderung des Vorhabenträges benötigte die Bauverwaltung einen Beschluss des Stadtrats.

Überdimensioniert

Peter Danninger (SPD) kündigte die Zustimmung seiner Fraktion zum insgesamt sehr guten Projekt an. Einige Bedenken seien im Vorfeld bereits ausgeräumt worden. CSU-Sprecher Herbert Appl kündigte an, dass er auch diesmal nicht zustimmen werde. Im Vergleich zur Bebauung mit Einfamilienhäusern in der Nachbarschaft sei das Bauvorhaben überdimensioniert.

Auch sorgten 25 weitere Wohnungen für viel Fahrzeugverkehr auf der ohnehin schon stark befahrenen Dornbacher Straße.

Der Verkehr, zumindest die Durchfahrt größerer Lastwagen, werde durch die vorgesehene Verlagerung der Baywa Baustoffe mittelfristig abnehmen, erklärte Bürgermeister Joachim Neuß. Bei der Abstimmung sprachen sich Herbert Appl und Bernhard Hinteregger (beide CSU) gegen den Beschlussvorschlag der Verwaltung aus. Alle anderen Stadträte waren mit der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens und der Änderung des Vorhabenträgers einverstanden.

Neue Zahnarztpraxis

Große Einmütigkeit bestand hingegen zum geplanten Bau einer Zahnarztpraxis durch die Kongregation der Schulschwestern. Es sei ein wunderbares Vorhaben, betonte Bürgermeister Neuß. Die zahnärztliche Versorgung der Stadt werde durch diese Maßnahme für die Zukunft zusammen mit anderen Praxen in der Stadt ein großes Stück weit gesichert.

Josef Lehner (CUU) meinte, dass der Bau gut in das Umfeld passe. Dass die Praxis barrierefrei gebaut wird, sei mit Blick auf Menschen mit Behinderung oder ältere Leute ein großer Pluspunkt. Herbert Appl (CSU) bat den Orden darum, Photovoltaik auf dem Dach vorzusehen.

Kopfnicken aus den Reihen der Zuhörer – neben Provinzoberin Schwester Lucilla Hauser waren auch Zahnärztin Ida-Maria Kastner und der künftige Bauleiter Thomas Meyer gekommen – signalisierte den Stadträten, dass daran offenbar schon gedacht wurde. Das gemeindliche Einvernehmen für den Neubau wurde einstimmig erteilt.