Auch Heß-Aufmärsche organisiert Kronacher V-Mann fertigte Todeslisten

Ein Neonazi aus dem Landkreis Kronach arbeitete als V-Mann für den Verfassungsschutz und half gleichzeitig bei der Verbreitung einer Neonazi-Broschüre, in der politische Gegner mit dem Tode bedroht wurden.

Bei dem mutmaßlichen V-Mann handelt es sich nach Informationen unserer Zeitung um den Neonazi Kai Dalek aus dem Landkreis Kronach (wir berichteten). Das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz soll ihn entgegen bisheriger Aussagen im Umfeld der späteren Terrorzelle NSU geführt haben. Er habe regelmäßig an Stammtischen mit dem Terror-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Tschäpe teilgenommen, berichtete am Mittwochabend das BR-Politikmagazin „Kontrovers“. Sein Name wurde dort allerdings nicht genannt.

Keine Stellungnahme vom Verfassungsschutz

Neue Abgründe tun sich auf. Computerexperte Dalek war nach Informationen unserer Zeitung von 1994 bis Juni 1998 V-Mann des bayerischen Verfassungsschutzes. Er ist dann offenbar ausgestiegen und war 2004/05 „geheimer Informant“ des bayerischen Verfassungsschutzes für den Bereich Organisierte Kriminalität. Das erfuhr unserer Zeitung aus zuverlässiger Quelle. Der Verfassungsschutz wollte dazu keine Stellungnahme abgeben, man werde das gegenüber den zuständigen Gremien tun, hieß es.

Anfang 1994, als Dalek beim Verfassungsschutz als Vertrauensmann eingestiegen war, gab es in Deutschland große Aufregung um die von Rechtsextremisten anonym verbreitete Hetzschrift „Der Einblick“. Darin waren mehr als 250 Namen und Adressen von politischen Gegnern genannt, verbunden mit dem Aufruf, diesen „unruhige Nächte“ zu bereiten und sie „endgültig auszuschalten“.

Der heute 48-Jährige hatte bei der Herausgabe der Todesliste mitgeholfen, ein Ermittlungsverfahren wurde damals eingestellt.


Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Donnerstagsausgabe (18. Oktober) des Kuriers.

 

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