Artothek im RW 21 kommt später Artothek: Kunst zum Ausleihen kommt später

Von Katharina Wojczenko

Die Einladungen waren schon verschickt. Nächste Woche sollte die inklusive Artothek in der Stadtbibliothek RW 21 eröffnen. Mit Bildern zum Ausleihen, von Künstlern aus der Region mit und ohne psychische Erkrankung. Doch jetzt kommt es anders, wieder einmal. Schuld ist unter anderem der Brandschutz.

Noch im Lager statt an der Wand: Studentin Katalin Schläffer und Bibliotheksleiter Jörg Weinreich zeigen Bilder der künftigen Artothek. Foto: Ronald Wittek Foto: red

"Wir sind wahnsinnig deprimiert", sagt Katalin Schläffer (19) von der Bayreuther Hochschulgruppe Enactus, die hinter dem Projekt Artothek steckt. Bis vor fünf Tagen war das Projekt "voll auf Kurs". Am Montag stellte der Hausmeister und Brandschutzbeauftragter des RW 21 aber fest: So geht das nicht.

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Ein Teil der Bilder soll nämlich in einem Regal mit Schüben präsentiert werden, damit die Nutzer vor dem Ausleihen einen Vorgeschmack bekommen. Daneben kommt ein Computer, in dem auch der Rest der mehr als 100 Werke verzeichnet ist, die im Bibliotheksmagazin lagern.

Wo soll das Regal hin?

Doch dieses Regal wäre so groß gewesen, dass das Wasser der Sprinkler sich nicht mehr ausreichend verteilt hätte. Jetzt müssen die Kooperationspartner einen neuen Standort in der Bibliothek suchen, der noch dazu gut sichtbar sein soll, ohne Fluchtwege zu verstellen. "Das ist nicht einfach", sagt Leiter Jörg Weinreich.

Hinzu kommt: Das Geld für das Regal fehlt noch. Die 3500 Euro, welche die Studenten bei Sponsoren für die Artothek aufgetrieben haben, sind schon für ein Regal fürs Lager, Rahmen für die Bilder, Transport und Verpackung draufgegangen. Das besagte Regal ist eine Maßanfertigung und wäre bei der geplanten Eröffnung nicht fertig gewesen. Da aber nun der ganze Standort unklar ist, haben sie die Eröffnung verschoben.

Drei Monate Kunst für zehn Euro

Für das Projekt Artothek arbeiten die Bayreuther Hochschulgruppe Enactus, das RW 21, der Kunstverein und der Verein Rote Katze, ein Projekt des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Diakonie Bayreuth, zusammen.

Die Bilder stellen die Künstler kostenlos zur Verfügung. Für zehn Euro - die Leihgebühr kommt der Roten Katze zugute - soll sich jeder, der einen Bibliotheksausweis besitzt, sein Wunschbild drei Monate lang an die Wand hängen können. Manche davon stehen auch zum Verkauf.

Die Künstler freuen sich drauf

"Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe und wir wollen Kunst allen zugänglich machen", sagt die Studentin Katalin Schläffer. Die Begeisterung für die Idee ist auch bei Hans-Hubertus Esser vom Kunstverein ungebrochen. "Wir wollten mit Bildern aus unserer Sammlung sowieso eine Artothek machen", sagt Esser. "Wir hatten aber keinen Zeitdruck, weil wir noch nicht genug Bilder für eine eigene hatten."

Auf die Studenten-Initiative habe er Mitglieder kontaktiert. "Die Resonanz war sehr positiv, weil die Künstler aus der Region sich freuen, ihre Bilder zu präsentieren und eventuell zu verkaufen." Auch wenn der Weg dorthin doch schwieriger als erwartet sei.

Ansprechpartner wechselten

Der Brandschutz war nicht das einzige Problem. Im Sommer 2015 hatte Bibliotheksleiter Jörg Weinreich angekündigt, das Projekt würde Ende 2015 starten. Doch daraus wurde nichts.

"Das liegt auch daran, dass Studenten kommen und gehen", sagt Weinreich. Die Artothek-Initiatorin in der Hochschulgruppe schloss ihr Studium in Bayreuth ab, als das Projekt noch im Werden war. Nachfolger mussten sich erst finden.

Info: Die Homepage der Artothek ist noch im Aufbau. Mehr über die Studentengruppe dahinter steht hier. Wer das Projekt unterstützen möchte, wendet sich an Julia Lippmann unter Tel. 0177/4401343.