Auerbach Pfarrstraße 5 Sanierung kostet 400.000 Euro

Brigitte Grüner

Die Sanierung des Geburtshauses des Chronisten Joseph Köstler in der Auerbacher Pfarrstraße ist unumgänglich und eine große Herausforderung für die Kirchenstiftung St. Johannes. Sie hofft angesichts der Kosten vom rund 400.000 Euro auf eine möglichst hohe Förderung.

Das Geburtshaus Köstlers ist durchaus historisch, auch was die Bausubstanz betrifft. Die Kirchenstiftung saniert das Gebäude derzeit in zwei Bauabschnitten. „Das desolate Dach muss aus Sicherheitsgründen dringend erneuert werden“, betont Kirchenpfleger Wilhelm Schelz. Es sei zu gefährlich abzuwarten, ob und wann Ziegel auf den Gehweg fallen.

Bereits in der Vorwoche wurde das Haus eingerüstet. Seit Montag sind die Handwerker auf der Baustelle. Die erste Arbeit für die Fachleute von Holzbau Kiener war das Abdecken. Zunächst wurden die Ziegel auf der Straßenseite entfernt. Dann befestigten die Männer große Planen auf dem offenen Dach, um es wetterfest zu machen. Die alten Dachbalken und Latten werden in den nächsten Wochen sukzessive ersetzt. Da das Haus unter Ensembleschutz steht, wird nur das schadhafte Holz ausgetauscht.

Die Arbeiten werden stets mit dem Denkmalamt, Anton Landgraf vom Ingenieurbüro und der Kirchenverwaltung abgestimmt, erklärt Wilhelm Schelz. Die Dachlatten seien in schlechtem Zustand gewesen, berichteten die Arbeiter. Bei den Balken wird ausgebessert, wo es erforderlich ist.

Erschwerte Arbeiten

Für die Handwerker ist es nicht einfach, auf dem im oberen Bereich sehr steilen Satteldach zu arbeiten. Wenn die Zimmerer fertig sind, kommen die Dachdecker und decken wieder neu ein. Rund 210.000 Euro wird die gesamte Maßnahme kosten, sagt Kirchenpfleger Wilhelm Schelz.

In einem zweiten Bauabschnitt folgt danach die Sanierung der Fassade. Hier werden Baumeister- und Malerarbeiten nötig werden. Eine Dämmung an der Außenmauer ist nicht vorgesehen. Bei Bedarf werden einzelne Fenster ausgetauscht. Für die Fassadensanierung hat das beauftragte Amberger Architekturbüro Kosten von rund 188.000 Euro kalkuliert.

Erzdiözese hat Hilfe schon zugesagt

Das Gebäude gehört zur Pfarrei St. Johannes. Bei beiden Bauabschnitten hofft die Kirchenstiftung auf Zuschüsse. Diese bereits zugesagt habe die Erzdiözese Bamberg, die laut Schelz 25 Prozent der Kosten, aber maximal 100.000 Euro tragen wird.

Auch das Landesamt für Denkmalpflege wird sich beteiligen. Die genaue Summe sei aber noch nicht mitgeteilt worden. Abhängig vom Zuschuss des Denkmalamts überweist auch der Bezirk einen Betrag.

Mit voraussichtlich 19 Prozent der Kosten rechnet die Pfarrei von der Bayerischen Landesstiftung. Auch an die Stadt wurde ein Antrag auf Zuwendung – vorerst für die Dachsanierung – geschickt. Er hoffe auch hier auf einen positiven Bescheid, sagt der Kirchenpfleger. Außerdem werde geprüft, ob die Fassadensanierung über das Städtebauförderungsprogramm bezuschusst werden kann. Bis zum nächsten Winter soll zumindest die Dachsanierung abgeschlossen sein.

Lange Geschichte

Das Anwesen Pfarrstraße 5 hat eine lange Geschichte. In dem Gebäude, das unmittelbar an den Pfarrhof gebaut ist, wurde bereits 1144 die sogenannte Lateinschule eingerichtet, schreibt Hans-Jürgen Kugler in seiner Auerbacher Häuserchronik. Auerbacher Burschen wurden in dieser Schule vor allem musikalisch ausgebildet, um die Gottesdienste mit lateinischen Gesängen bereichern zu können.

Etwa ab 1800 wohnte im Haus die Familie Köstler. An der Giebelseite weist eine Inschrift darauf hin, dass der bekannte Auerbacher Chronist Joseph Köstler 1849 in diesem Haus geboren wurde.

Seit 1944 gehört das Anwesen der katholischen Kirchenstiftung St. Johannes. Vor der Sanierung der Arche war im Haus der Treffpunkt für die Messdiener, sodass das Gebäude zeitweise auch als „Ministrantenheim“ bezeichnet wurde. Heute befinden sich im Haus zwei Wohneinheiten. Im Erdgeschoss gibt es einen Besprechungsraum sowie Abstellräume für Zubehör der Kirche.

Weitere Maßnahme in der Nachbarschaft

Ein paar Meter weiter läuft derzeit eine weitere Baumaßnahme der Kirchenstiftung an. Im Haus am Oberen Marktplatz 12, in dem früher die katholische Bücherei untergebracht war, werden im Obergeschoss neue Fenster eingebaut. Diese werden künftig – entsprechend dem nebenan stehenden Ärztehaus – aus optischen Gründen als Sprossenfenster geplant. In diesem Gebäude erwartet Kirchenpfleger Schelz Kosten von rund 10.000 Euro.

 

Bilder