Die Fraktion der Grünen und Unabhängigen im Stadtrat fordert, die Stadt soll Geflüchtete aus dem abgebrannten Lager Moria aufnehmen. Wie der Kurier jetzt erfuhr, haben Stadtrat Klaus Wührl-Struller und Fraktionsvorsitzende Sabine Steininger einen entsprechenden Antrag bereits am 18. September gestellt. Explizit wollen sie keine Obergrenze festlegen, da es darum gehe, Geflüchtete auf Städte und Kommunen aufzuteilen. Dazu solle auch Bayreuth seinen Beitrag leisten. Ferner möchten die Grünen, dass die Stadt Bayreuth die Bundesregierung auffordert, bei der Aufnahme von Geflüchteten aus Moria mit gutem Beispiel voranzugehen und noch während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft einen fairen Verteilmechanismus zu finden.

Vor den Grünen hatte schon die BG einen Antrag zu dem Thema gestellt, in dem sie fordert, Bayreuth als „sicheren Hafen“ für mindestens 50 unbegleitete Flüchtlingskinder zu erklären.

Diametral im Gegensatz zu dieser Haltung steht ein Antrag der AfD-Gruppe im Stadtrat, die sich vollkommen gegen eine Aufnahme von Moria-Opfern ausspricht. Im Antrag bezieht sich die AfD auch auf ein Schreiben der Grünen Jugend. Sie hatte am 15. September eine vollständige Evakuierung des Camps Moria gefordert. Die AfD-Gruppe fordert, der Stadtrat solle sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria aussprechen. Bayreuth solle sich nicht „an Sonderzuteilungsverfahren von Flüchtlingen – de facto Migranten – beteiligen“. Der städtische Haushalt solle nicht dadurch belastet werden, schreiben die zwei AfD-Stadträte Tobias Peterka und Tina Seyffert-Reinhold. Ferner solle sich der Stadtrat gegen das Setzen von falschen Anreizen aussprechen.

Die Anträge werden demnächst in den Stadtratsgremien öffentlich behandelt.