Man müsse das Vorhaben wegen der Corona-Pandemie verlegen, teilte die Bayerische Staatsoper am Mittwoch in München mit. Bis jetzt sei das Projekt in Kleinstgruppen vorbereitet worden, jetzt müssten viele Leute auf der Bühne und im Orchester eingebunden werden. Auch die Montagskonzerte, die bislang gestreamt wurden, wurden abgesagt. Stattdessen werde sich die Kostümabteilung auf die Produktion von Schutzmasken verlegen, auf freiwilliger Basis.

Staatsintendant Nikolaus Bachler sagte, es sei ihm auch künstlerisch schwergefallen, ein Projekt voranzutreiben, das die Begegnung mit dem Tod auslote. «Im Moment, in dem es für viele ganz real um Leben und Tod geht, stellen sich andere Fragen - das ist mir innerhalb der letzten Tage besonders klar geworden.»

Er habe lange gezögert und in enger Absprache mit dem Kunstministerium weitergemacht. «Doch jetzt ist es an der Zeit, dies bis auf Weiteres zu beenden, auch wenn es mich persönlich schmerzt.» Gleichwohl müsse es möglich sein, auch in der Krise die Arbeit an der Kunst aufrechtzuerhalten. «Wir müssen aufpassen, dass die pandemische Krise keine Krise unserer Institutionen, unseres Charakters und unserer Gesellschaft wird.»

In den vergangenen Tagen hatten Mitarbeiter in Presseberichten ihre Sorge über die Arbeitsbedingungen geäußert, vor allem im Hinblick auf eine mögliche Ansteckungsgefahr.