Friedrich kritisiert in Karfreitagspredigt Sterbehilfe und PID

ANSBACH/MÜNCHEN. Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hat sich in seiner Karfreitagspredigt gegen Sterbehilfe und Präimplantationsdiagnostik (PID) gewandt.

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Sie seien Verlockungen der Wissenschaft zur Leidensvermeidung, sagte er dem vorab verbreiteten Text zufolge in Ansbach. Die Gesellschaft dürfe sich aber nicht an der Wirklichkeit von Leiden "vorbeimogeln". Was nach Barmherzigkeit klinge, sei in Wirklichkeit ein tragischer Irrtum.

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Verbot der PID

"Eine Welt ohne Leid gibt es nicht. Wir finden Gott nicht auf dem goldenen Thron des Leidvernichters, sondern am Kreuz. Wir finden das Glück unseres Lebens nicht in der Illusion, Leiden ließe sich vermeiden. Wir finden es, indem wir uns dem Leid stellen, indem wir nach einer Kraft suchen, die es uns ertragen und annehmen hilft", sagte Friedrich. Deswegen plädiere er für ein Verbot der PID. Es sei Aufgabe von Christen, menschliches Leiden zu lindern wo immer möglich. Aber Leiden dürfe auf keinen Fall eine Begründung dafür sein, "Leben zu beenden oder gar nicht erst zuzulassen".

Die evangelische Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler bezog sich in ihrer Predigt auf das weltweite Leid in Kriegen und Katastrophen. Jesus sei mit seinem Kreuzestod "niedergefahren zur Hölle", sagte sie. "Es ist die Hölle einer radioaktiv verseuchten Insel, der verstrahlten Arbeiter und Kinder, die Hölle der Gewalt wie in der Elfenbeinküste, im Sudan und in Libyen, wo Menschen gefoltert und umgebracht werden." Das Kreuz sei Symbol für einen "Gott, der alle Lebenswege mitgeht, weil er am eigenen Leibe erfahren hat, was Leiden ist, was auch Menschen einem antun können", betonte Breit-Keßler.

dapd/Foto: pa