Anne Haug fehlen 21 Sekunden zu EM-Bronze

Durchwachsen fiel die Bilanz von Anne Haug bei der Europameisterschaft in Lissabon aus. Aus dem Blickwinkel der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sprechen die Ergebnisse der Bayreutherin beim Radfahren und Laufen für ihre gute Form, doch nicht zum ersten Mal ließ das Schwimmen Wünsche offen. In der zweiten und dritten Teildisziplin arbeitete sie sich bis auf den fünften Platz nach vorn, doch für eine Medaille fehlten 21 Sekunden.

Die Spitzengruppe hatte Anne Haug beim Laufen ständig im Blick, doch sie kam nie ganz heran. Foto: Joseph Kleindl/DTU Foto: red

19:26 Minuten hatte Anne Haug für das Schwimmen über 1,5 Kilometer benötigt, was unter den 26 Finisherinnen die zweitschwächste Zeit war (nur für eine Schweizerin wurde noch eine Sekunde mehr gestoppt). Gegenüber der Britin Lucy Hall, die erwartungsgemäß als Erste aus dem Wasser gekommen war, wies sie damit schon einen Rückstand von rund 90 Sekunden auf.

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Zweitbeste auf dem Rad

Entsprechend viel Energie musste die Olympia-Teilnehmerin dann auf der 40-km-Radstrecke investieren, um die zweite Verfolgergruppe an die erste heran zu führen. In der Abschlussbilanz wurde ihre Radzeit von 1:07:02 Stunden als zweitbeste notiert. Übertroffen wurde sie lediglich von der in dieser Disziplin herausragenden britischen Siegerin India Lee (1:06:05), die ihre Landsfrau Lucy Hall eingeholt und dann effektiv mit ihr zusammengearbeitet hatte. Nach dem zweiten Wechsel lag das britische Duo mit einem Abstand von fast 1:40 Minuten an der Spitze. Beim Laufen setzte sich Lee dann schnell ab und brachte nach insgesamt 2:04:03 Stunden einen Vorsprung von 16 Sekunden ins Ziel, während Hall bis auf den zehnten Platz zurückfiel.

Medaillengewinnerinnen beim Laufen noch schneller

Das gesamte Verfolgerfeld wechselte nahezu gemeinsam. Dabei verlor Anne Haug nur ein paar Sekunden auf die späteren Medaillengewinnerinnen Yulia Yelistratova aus der Ukraine (2:04:19) und Zofia Kovacs aus Ungarn (2:04:24) sowie die Tschechin Vendula Frintova (2:04:40), kam aber nie mehr ganz an diese Spitzengruppe heran. Zwar war die Laufzeit der Bayreutherin von 36:03 Minuten die drittbeste, doch ausgerechnet die Zweit- und Drittplatzierte waren um knapp 30 Sekunden schneller.

„Im Laufen ging einfach nichts mehr am Ende, vor allem das Bergablaufen ist mir sehr schwer gefallen“, zeigte sich Anne Haug im Ziel nicht recht zufrieden. Den Aufwand auf dem Rad ließ sie nur teilweise als Erklärung gelten: „Nach so einem schlechten Schwimmen muss man halt hinterher fahren.“ Marlene Gomez-Islinger (Weiden) musste nach der Hälfte des Laufens aufgeben.

Bei den Herren gab es einen Favoritensieg durch den spanischen Weltmeister Javier Gomez in 1:49:30 Stunden. Bester Deutscher war Jonathan Zipf (Mainz) in 1:52:05 auf Rang 17.