Die Anklage gegen Raúl Castro dürfte die Fronten allerdings weiter verhärten, wie der mexikanische Kuba-Experte Ricardo Pascoe im Podcast "Broojula" sagte. Nicht nur unter den Exilkubanern in Miami, sondern auch auf Kuba hat sich die Rhetorik verschärft.
Am Freitag protestierten vor der US-Botschaft in Havanna zahlreiche Kubaner gegen die Anklage von Castro. An der Kundgebung auf der sogenannten Antiimperialistischen Tribüne nahmen auch Präsident Díaz-Canel, Ministerpräsident Manuel Marrero sowie Mitglieder der Politbüros der Kommunistischen Partei und des Nationalen Sicherheitsrates teil.
"Uns verbindet die Würde Kubas, das Recht auf unsere Autonomie und die Ehre, zu einer Generation zu gehören, die im Geiste des Vermächtnisses von Fidel und Raúl herangewachsen ist", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Prensa Latina die Vorsitzende der Union der jungen Kommunisten, Meyvis Estévez.
Die "Helden des Vaterlandes" dürfe man nicht missachten, schrieb Präsident Díaz-Canel auf der Plattform X in Bezug auf Castro. Der erneute Angriff der USA habe die Kubaner noch enger zusammengebracht, und den antiimperialistischen Geist des Landes gestärkt, sagte er. "Der General ist Kuba, und Kuba verdient Respekt."