Anfrage an OB Festspiele: Wie teuer wird es für die Stadt?

Das Bayreuther Festspielhaus Foto: Archiv/Kolb

Der BG-Fraktionsvorsitzende Stephan Müller will es wissen: Wie teuer werden die Festspiele 2021 für die Stadt Bayreuth?

 
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Bayreuth - Üblicherweise sorgen die Bayreuther Festspiele in Bayreuth für eine Art Sonderkonjunktur. Die rund 60 000 Besucher bringen viel Geld mit in die Stadt, wovon viele Bayreuther seit Jahrzehnten profitieren – vom Gastronomen über den Buchhändler bis hin zum Taxifahrer. In diesem Jahr könnte es sein – sofern die Festspiele überhaupt stattfinden – dass diese Rechnung nicht aufgeht. Durch die Zusage, die Pandemie bedingt fehlenden Einnahmen aus dem Kartenverkauf auszugleichen, wird es für die Stadt, ebenso wie für die übrigen Gesellschafter, in diesem Jahr teurer als sonst. Und im Moment weiß noch keiner, wie viele Gäste in diesem Sommer tatsächlich nach Bayreuther kommen werden.

900, 450 oder 200 Besucher

Wie der Kurier berichtete, stehen aufgrund der Hygienevorschriften drei Szenarien im Raum: Aufführungen mit 900, 450 oder 200 Besuchern im Festspielhaus, das eigentlich für knapp 2000 Gäste Platz bietet. Was zur Festspielpremiere am 25. Juli gilt, steht noch nicht fest. Das macht die Planungen extrem schwierig.

Nun hat der Fraktionsvorsitzende der BG, Stephan Müller, eine Anfrage an Oberbürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) gestellt, in der es um die Zuschüsse der Stadt zu den Festspielen 2021 geht. Laut einem Stadtratsbeschluss von Februar 2020 wurde der Zuschuss für das Jahr 2021 zunächst um rund 400 000 Euro auf 1,4 Millionen Euro erhöht. Um die drohenden Einnahmeausfälle aus dem Kartenverkauf ausgleichen zu können, wurde im Dezember 2020 eine weitere Erhöhung um 500 000 Euro beschlossen, sodass sich die Summe auf rund 1,9 Millionen Euro beläuft.

Ist das Defizit gedeckt?

Unklar war bislang, auf welchen Besucherzahlen diese Kalkulation basiert. Stephan Müller stellt daher die Frage an den OB: „Sollte es pandemiebedingt tatsächlich nur zu einem Verkauf von 200 Karten kommen können: Welcher Betrag könnte in diesem Fall auf die Stadt Bayreuth zukommen? Welcher Betrag wäre es beim Verkauf von 450 beziehungsweise 900 Karten?“ Müller will wissen, inwieweit das zu erwartende höhere Defizit von der damaligen Beschlusslage gedeckt ist und welche Vorschläge es seitens der anderen Gesellschafter der Bayreuther Festspiele gibt, um die Stadt Bayreuth von einer zusätzlichen finanziellen Erschwernis zu entlasten. Mit den anderen Gesellschaftern meint Müller den Bund, den Freistaat Bayern und die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth.

Desweiteren stellt der BG-Fraktionsvorsitzende diese Fragen an den Oberbürgermeister: „Befürchten Sie bei einem möglichen erhöhten Zuschussbedarf Konsequenzen für die dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt Bayreuth. Falls ja, welche Schritte sind geplant, dem entgegenzuwirken? An welcher Stelle sollen nach Vorschlag der Verwaltung Einsparungen vorgenommen werden, um ein eventuell höheres Defizit ausgleichen zu können?“ Und schließlich: „Wann ist von Ihnen geplant, die städtischen Gremien einzubinden, damit diese entscheiden können, in welcher Höhe ein zusätzlicher finanzieller Zuschuss geleistet werden kann?“

Üblicherweise ist zu solchen Anfragen in der nächsten Sitzung des Stadtrats mit einer Stellungnahme zu rechnen.

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